Wer im vergangenen Jahr eine neue Wohnung in Berlin angemietet hat, musste wieder mal tiefer in die Tasche greifen, denn das Preiswachstum auf dem Berliner Mietmarkt ging weiter. 4,6 Prozent mehr musste für eine Neuvertragsmiete gezahlt werden. Im Schnitt wurden im vergangenen Jahr neue Wohnungen für 6,31 Euro je Quadratmeter nettokalt am Markt angeboten. Die Spanne bei Neuvertragsmieten reichte von 3,10 Euro je Quadratmeter in Lichtenberg bis zu 12,30 Euro je Quadratmeter in Mitte.

Dies geht aus dem aktuellen Marktmonitor des Verbands Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hervor, der dafür rund 700.000 Daten aus Bestands- und Neumietverträgen für das Jahr 2014 auswertete. Den Ergebnissen zufolge stiegen die Mieten im vergangenen Jahr vor allem in den Berliner Randbezirken. Laut BBU verzeichnen bislang günstige Stadtrandlagen wie Marzahn, Hellersdorf und Reinickendorf die höchsten Steigerungen. Dennoch liegen sie im Berlinvergleich nach wie vor am unteren Ende.

Auch Bestandsmieten stiegen weiter an

Doch nicht nur die Neuvertragsmieten stiegen. Auch in laufenden Mietverträgen kletterte das Mietniveau nach oben: Im Schnitt sind die untersuchten Bestandsmieten Ende 2014 um 0,13 Euro bzw. 2,5 Prozent gestiegen, sodass sie nun bei einer monatlichen Nettokaltmiete von 5,43 Euro je Quadratmeter liegen. Damit kostete eine 60-Quadratmeter-Bestandswohnung im Schnitt 326 Euro nettokalt.

Marzahn-Hellersdorf blieb im vergangenen Jahr der preiswerteste Bezirk mit einer monatlichen Bestandsmiete von 4,92 Euro pro Quadratmeter. Besonders teuer waren Wohnungen in den zentralen Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf. In Steglitz-Zehlendorf konnte außerdem ein starkes Mietwachstum von 2,8 Prozent verzeichnet werden. Ein ebenfalls starkes Mietwachstum von 2,5 bzw. 2,3 Prozent gab es in Neukölln und Spandau. Dabei lagen die Neuvertragsmieten aber immer noch unter dem Durchschnitt.

Abbau von Hürden für Neubau

Um die angespannte Lage auf dem Berliner Mietmarkt zu entspannen, fordert der BBU den Neubau von mehr als 300.000 Wohnungen. Der BBU sieht neben höheren öffentlichen Investitionen in den Wohnungsneubau vor allem die Senkung der Baustandards als wichtigstes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Auch die ausreichende Bereitstellung von Bauland sowie die Vereinfachung von Planungs- und Vergabeverfahren sind wesentliche Maßnahmen, um der wachsenden Wohnungsnot in Berlin zu begegnen.

 

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