Waren die ehemaligen Arbeiterviertel Lindenau, Plagwitz und Schleußig nach der Wende vor allem für hohen Leerstand und heruntergekommene Altbauten bekannt, hat sich der einstige Wilde Westen zu einer der beliebtesten Wohngegenden von Leipzig gemausert. Umgeben vom Elsterflutbett und dem Auenwald findet man hier vor allem junge Familien und Studenten, die sich in großzügigen Altbauten und zahlreichen Straßencafés einen Ort zum Leben geschaffen haben. Alte Industriebauten wie die 12 Hektar große Baumwollspinnerei in Plagwitz wurden saniert und dienen heute als Zentrum für zeitgenössische Kunst mit zahlreichen Galerien, Ateliers und Ausstellungsräumen.

Leipzigs Westen macht vor was viele andere Städte erst noch lernen müssen. Hier wird Stadtraum kreativ und nachhaltig genutzt und in Folge dessen eine gesamte Gegend aufgewertet. Zahlreiche Wochenmärkte, Urban Gardening Projekte und öffentlichen Werkstätten haben ihren Weg in den Westen gefunden und so säumen vor allem junge Menschen die breiten Alleen. Im Sommer spielt sich das Leben rund um den Karl-Heine-Kanal ab. Der 3 Kilometer lange Wasserlauf züngelt sich durch die Nachbarschaften und lädt auf seinen 15 Brücken zum verweilen ein. Dass es sich bei dem Kanal sogar um ein Leipziger Kulturdenkmal handelt, wissen dabei nur die wenigsten.

 

Titelbild: Kay Fochtmann / photocase.de