Viel Wohnraum soll entstehen, dabei aber wenig Fläche verbraucht werden. Innovative, energiesparende Systeme sollen die Umwelt schützen. Im Idealfall kann ein Gebäude gleich mehrere Zwecke erfüllen. Aus einem Caféhaus wird im Handumdrehen ein individueller Arbeitsplatz. Ob Wohnhäuser oder Gewerbeimmobilien ‒ moderne Gebäude müssen immer mehr Anforderungen erfüllen. Auf der diesjährigen Expo Real in München diskutierten vom 5. bis 7. Oktober Aussteller und Experten über die neuen Trends der Immobilienbranche.

Die Herausforderung der Urbanisierung meistern

Deutschland muss sich derzeit auf hohe Flüchtlingszahlen einstellen. Auf der Messe wurden die Auswirkungen, die die Zuwanderung für die Immobilienbranche hat, thematisiert. Der zeitnahe und schnelle Bau von Notunterkünften soll vorangetrieben werden. Die Umnutzung von Gebäuden, beispielsweise ehemaliger Kasernen, als Erstaufnahmelager, hat sich bereits als Lösungsansatz bewährt.

Aber auch unabhängig von der Zuwanderung aus dem Ausland wird es in den Städten immer enger. Die Landflucht nimmt zu. Die vorhandene Baufläche in den Städten reicht jedoch nicht aus für den Bedarf an neuen Wohnungen. Vertikales Wohnen gewinnt im Zuge dessen wieder an Akzeptanz, sowohl bei Investoren als auch bei Mietern. Alte Bürohochhäuser werden zu Wohnungen umgebaut. Fehler, die bei der Planung solcher Wohneinheiten in der Vergangenheit gemacht wurden, wollen Projektentwickler in Zukunft vermeiden. Bauträger nehmen zudem vermehrt Rücksicht auf die Ansprüche von Senioren. Sie bilden in einer kontinuierlich älter werdenden Gesellschaft eine wichtige Zielgruppe. Wohnimmobilien müssen entsprechende Merkmale besitzen, um für ältere Menschen interessant zu sein. Die Wohneinheiten sollten barrierefrei, möglichst zentrumsnah und verkehrsgünstig gut angebunden sein.

Digitalisierung der Branche

Die Auswirkungen, die die Digitalisierung in der Branche hat, waren ebenfalls ein wesentliches Thema der Expo Real. Unter anderem wurde über das Büro der Zukunft diskutiert: Es passt sich modernen Arbeitskonzepten wie Teilzeitarbeit und Homeoffice flexibel an, ohne für das Arbeitsleben weiterhin bedeutsame Strukturen zu vernachlässigen. Auch bei der Planung von Immobilien werden die Möglichkeiten der digitalen Datenverarbeitung schon lange eingesetzt. Inzwischen sollen digitale Technologien nicht nur für deren Bau eingesetzt, sondern direkt in Immobilien integriert werden. Etwa Parkhäuser erhalten Systeme, die Autofahrern freie Stellplätze anzeigen.

Investoren suchen Chancen im Ausland

Nicht nur über Entwicklungen in der deutschen Immobilienbranche wurde auf der Expo Real diskutiert. Es ging auch um Investitionsmöglichkeiten im Ausland, etwa in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Experten sehen hier großes Potenzial für die Zukunft. Neben Deutschland waren Österreich, Niederlande, Schweiz, Polen, Großbritannien, Rumänien, Luxemburg, USA, Frankreich und die Russische Föderation Hauptvertreter auf der Expo Real.