Für Neu-Bremer ist es am Anfang etwas verwirrend – sprechen Einheimische vom „Viertel“ meinen sie nicht irgendeine Nachbarschaft, sondern bestimmte Teile von Ostertor und Steintor, einer beliebten Wohn- und Ausgehlage nahe der Innenstadt. Die vom 19. Jahrhundert geprägte Bausubstanz und hohe Dichte an kultureller Infrastruktur macht das „Viertel“ zur beliebten Wohn- und Ausgehgegend. 

Die Grenze zwischen den beiden Stadtteilen Ostertor und Steintor ist der Straßenzug „Am Dobben“ und „Sielwall“ . Das Ostertorviertel grenzt im Westen an die parkähnlichen Wallanlagen, den ehemaligen Befestigungsring rund um die Bremer Altstadt. Die auf Grund ihrer Drogenproblematik in den 80er und 90er Jahren berühmt-berüchtigte Sielwallkreuzung, an der die Straßen Am Dobben, Sielwall, Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor zusammentreffen ist die geographische und kulturelle Mitte des „Viertels“. Direkt an dieser Ecke hat sich mit dem „Coffee Corner“ ein beliebtes Café angesiedelt, in dem sich die Nachbarschaft bei Bagel und Milchkaffee trifft.

Seit mehreren Jahren wird das „Viertel“ sozial aufgewertet und wandelt sich zusehends von einem alternativen Problemkiez zum Vorzeigestadtteil, es siedeln sich immer mehr Boutiquen, Cafés und weitere Infrastruktur an. Das Kulturzentrum „Lagerhaus“ in der Schildstraße, unweit der Sielwallkreuzung, ist das Aushängeschild der alternativen Kultur im Viertel. Beim gemütlichen Samstagsspaziergang kann man sich einen Eindruck vom bunten Nebeneinander von Designer-Boutiquen, Second-Hand-Läden, Döner-Buden, Ökomarkt und Rotlichtviertel verschaffen.

Einmal im Jahr, immer Ende August, feiern die Bremer diese bunte Mischung mit dem „Viertelfest“. Auf den beiden Hauptstraßen durchs Viertel, dem Ostertorsteinweg und der Straße Vor dem Steintor, werden Konzertbühnen und Essensstände aufgebaut und für einen Tag ist die Stadt in Ausnahmestimmung.

Titelbild: photocase.de/ts-grafik