Der wohl berühmt-berüchtigtste Stadtteil Hamburgs ist ohne Zweifel St.Pauli und das nicht nur wegen des markanten Totenkopf-Logos des gleichnamigen Fußballvereins. Obwohl St. Pauli auch ein bedeutendes Wohngebiet ist, kennt man den Stadtteil vor allem durch sein Vergnügungs- und Rotlichtviertel im Süden, das auch als „der Kiez“ bezeichnet wird. Hier drängen sich Discotheken wie der „Mojo Club“ neben Fastfoodketten, Striplokalen und Sexshops und ziehen Einheimische wie Touristen zu später Stunde gleichermaßen an. Die Hymne auf diesen besonderen Fleck Hamburg wurde 1954 von Hans Albers aufgenommen: „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ – es gibt wenig Hamburger die dabei nicht textsicher sind.

Das Wohngebiet St.Pauli teilen sich eine bunte Mischung aus Familien, Studenten-WG‘s und Alteingesessene. Toleranz wird nicht nur auf der Reeperbahn groß geschrieben. Bis in die 1990er Jahre war St. Pauli eines der ärmsten Stadtviertel Europas. Durch die Deindustrialisierung des Stadtteils und den daraus resultierenden Umzug von Unternehmen sich die Gewerbestruktur stark gewandelt: Heute ist die wirtschaftliche Situation von gastronomischen, handwerklichen und künstlerischen Projekten geprägt, wobei die Vergnügungsindustrie nach wie vor den wichtigsten Faktor darstellt.

Inoffizielle Ehrenbürger von St.Pauli sind die Betreiber des „Golden Pudel Clubs“, die Künstler Rocko Schamoni und Schorsch Kamerun. Der kleine Club nahe dem Fischmarkt, nutzt seit 1995 die Räume unterhalb des Antoniparks und ist zur Kultstätte der Musik- und Kunstszene Hamburgs geworden.

 

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