Die Europäische Zentralbank, der größte Internetknoten für Datenaustausch, der drittgrößte Flughafen Europas: Frankfurt am Main ist die „Global City“ unter den sieben größten deutschen Metropolen. Die Banken-Stadt ist Sitz zahlreicher transnationaler Unternehmen und internationaler Institutionen. Zudem studieren fast 60.000 Studenten an den beiden größten Universitäten der Stadt. Frankfurt ist „in“ – das macht sich nicht nur an den Einwohnerzahlen sondern auch auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar.

Steigende Einwohnerzahlen

Von 2005 bis 2013 ist die Stadt von 630.000 auf mehr als 693.000 Einwohner gewachsen. Derzeit kommen jedes Jahr rund 15.000 Einwohner hinzu. Dabei profitiert Frankfurt vor allem vom Zuzug internationaler Fachkräfte, sogenannte Expatriates. Die Stadtverwaltung erwartet, dass die Stadt demnächst die 700.000-Grenze erreicht. Im Jahre 2030 sollen rund 724.000 Menschen in Frankfurt leben.

Nach einer neuen Wohnungsbedarfsprognose müssen daher in den nächsten zehn Jahren jährlich rund 2.400 Wohnungen gebaut werden, um den waschenden Bedarf zu decken. Diese Zahl wird jedoch kaum zu realisieren sein. 2012 konnten nur 1.845 neue Wohneinheiten fertig gestellt werden. Die Leerstandsquote verdeutlicht den Bedarf an neuen Wohnungen. Die Quote lag in diesem Jahr bei gerade einmal 0,8 Prozent – das ist eine der niedrigsten unter den großen deutschen Metropolen, nur unterboten von München und Hamburg.

Wohnungspreise ziehen an

Auf dem Immobilienmarkt Frankfurts besteht ein großer Nachfrageüberhang, der die Preise weiter nach oben drückt. Laut Wohnungsmarktbericht der IHK wurden 2012 für Wohnungen mittlerer bis guter Ausstattungsqualität Mietpreise zwischen 7,00 Euro und 16,50 Euro pro Quadratmeter erzielt. 2009 lag die Spanne noch bei 8,00 Euro bis 13,00 Euro pro Quadratmeter. In der Innenstadt liegen die Mietpreise deutlich darüber.

Für Eigentumswohnungen stiegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise zwischen 2011 und 2013 von 2.600 Euro auf 3.300 Euro. Das höchste Preisniveau war im schicken Westend zu finden, dessen Stadtbild von der Gründerzeit geprägt ist, allerdings von mächtigen Bankentürmen durchbrochen wird. Für eine Eigentumswohnung lag der Angebotspreis 2013 bei durchschnittlich 5.900 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls stark betroffen vom Aufwärtstrend sind die umliegenden Bezirke Nordend (4.500 Euro pro Quadratmeter) sowie Bockenheim (3950 Euro pro Quadratmeter).

Im Ostend, wo seit 2010 an der stillgelegten Großmarkthalle die neue EZB-Zentrale gebaut wird, wurden 2013 pro Quadratmeter Wohnfläche 4.550 Euro verlangt. Südlich des Mains wächst besonders das bei Studenten beliebte Sachsenhausen und erreicht einen Durchschnittspreis von 3.900 Euro pro Quadratmeter.

Neues Quartier für 10.000 Menschen geplant

Am stärksten wächst das Angebot an Eigentumswohnungen derzeit in der westlichen Innenstadt. Trotz der zentralen Lage und der engen Bebauung sind dort im vergangenen Jahr 313 neue Einheiten hinzugekommen. Größter Impulsgeber ist das neu geplante Europa-Viertel im Gallus, das bis 2019 fertig werden soll und dann Wohnraum für bis zu 10.000 Menschen bieten wird. Dennoch zwingt die anhaltende Wohnraumknappheit immer mehr Frankfurter dazu, in die Randlagen auszuweichen, zum Beispiel in die nördlichen oder südlichen Bezirke wie Sachsenhausen.

 

Titelbild: madochab / photocase.de