Jeder zweite Deutsche rechnet damit, in seinem Leben eine Immobilie zu erben. Wenn es dann soweit ist, sind die Erben jedoch oft unvorbereitet. Dabei liegen auf dem Weg zur Erbschaft viele Stolpersteine. Wichtig ist es zunächst, das Finanzamt rechtzeitig zu informieren. Die Frist liegt bei drei Monaten.

Auch die Grundbuchänderung sollte man nicht auf die lange Bank schieben. In den ersten zwei Jahren nach dem Tod des Erblassers ist die Berichtigung kostenfrei. Die Erbfolge lässt sich mit einem Erbschein nachweisen.

Erbschaftssteuer

Wie hoch die Erbschaftssteuer ausfällt, hängt vor allem vom Verwandtschaftsgrad ab, der über jeweilige Freibeträge und Steuersätze entscheidet. Hier wird es kompliziert: Es gibt drei Steuerklassen und fünf unterschiedliche Freibeträge – plus Ausnahmen. Das Finanzministerium des Saarlandes hat dazu eine Broschüre zusammengestellt, die man auf seiner Seite herunterladen kann. Für Kinder und verwitwete Ehepartner gibt es zudem die Möglichkeit, ein Haus oder eine Wohnung komplett steuerfrei zu erben – aber nur, wenn die Erben die Immobilie mindestens zehn Jahre lang selbst nutzen. Wer zu früh auszieht, muss die Erbschaftssteuer in voller Höhe nachzahlen.

Um den Wert der Erbschaft und damit die Höhe der Steuerschuld zu berechnen, erstellt das Finanzamt ein Gutachten. Hier sollten Erben vorsichtig sein: Die Schätzung der Steuerschuld beruht auf einem starren Schlüssel, der individuelle Faktoren wie beispielsweise den baulichen Zustand unberücksichtigt lässt. Das Gutachten sollte vom Erben daher immer auf Plausibilität geprüft werden. Der Immobilienrechner von realbest bietet hier einen schnellen Vergleichswert. Weicht dieser stark von der Finanzamtsschätzung ab, sollten die Erben unbedingt ein eigenes Gutachten bei einem qualifizierten Sachverständigen beauftragen. Die Kosten für das Gutachten kann man übrigens steuerlich geltend machen.

Erbengemeinschaft

Richtig kompliziert wird es, wenn man nicht Alleinerbe, sondern Teil einer Erbengemeinschaft ist. In diesem Fall kann keiner der Erben allein entscheiden. Auch wenn man sich zu Lebzeiten des Erblassers noch so gut verstand – sind die Interessen des Erben unterschiedlich, kann es schnell zu Streitigkeiten kommen.

Die einfachste Lösung wäre natürlich, die Immobilie zu verkaufen und das Geld fair aufzuteilen. Je schneller man den Verkauf abwickelt, desto weniger Gelegenheit zum Streit gibt es. Hierbei kann ein neutraler Makler eine hilfreiche und vermittelnde Rolle spielen. Zum einen bietet er den üblichen Service – er sucht einen Käufer, erzielt den bestmöglichen Preis und kümmert sich um viele anfallende Formalitäten. Zum anderen kann er als Außenstehender aber auch Missverständnisse und Unstimmigkeiten zwischen den Erben schlichten.

Erfahren Sie mehr zum Thema Erbengemeinschaft

Verkauf der geerbten Immobilie

Auch für Alleinerben ist ein Verkauf oft sinnvoll. Wer seinen Lebensmittelpunkt in einer anderen Stadt hat, was immer häufiger der Fall ist, für den kommt eine Selbstnutzung oft nicht in Frage. Die Vermietung birgt hingegen Fallstricke und sollte gut überlegt sein, denn ein Vermieter hat auch für die Instandhaltung Sorge zu tragen. Das sollten Sie beachten, wenn Sie sich zwischen vermieten und verkaufen entscheiden wollen.

Wer sich entschlossen hat, die geerbte Immobilie zu verkaufen, muss sich nun um die üblichen Formalitäten kümmern. Grundbuchauszug, Energieausweis, Notartermine – alles notwendig, aber nicht das, womit man sich in der Trauerphase gern auseinandersetzt. Ein Makler kann diese Last erleichtern, den Verkauf beschleunigen und Ärger vermeiden.

 

Haben Sie noch Fragen? Wir geben Ihnen Antworten: Geerbtes Haus verkaufen – Schritt für Schritt

 

Titelbild: schulzfoto/ fotolia.com