Zum Jahresende einmal in die Kristallkugel schauen, um sich für Ereignisse und Herausforderungen des kommenden Jahres wappnen zu können: Das hätten sich für 2016 wohl die meisten Menschen gewünscht. Doch letztlich dreht sich die Welt auch nach den überraschendsten Geschehnissen wie dem Brexit und dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl weiter – auch in der Immobilienbranche. Was das neue Jahr 2017 für die Immobilienwirtschaft bereithält? Wir haben wichtige Neuerungen und Trends zusammengestellt.

Immobilienpreise steigen weiter

Experten sind sich einig: Auch 2017 werden die Immobilienpreise für Wohneigentum im Schnitt weiter steigen. Denn Faktoren wie niedrige Zinsen und Wohnraumknappheit – trotz zunehmender Bauaktivität – bleiben. Laut Prognose der GEWOS, einem unabhängigen Forschungsinstitut für Immobilienwirtschaft, werden die Preise für Eigentumswohnungen um 6 % steigen, für Häuser um 4 %. Diese Preissteigerungen sind nur minimal geringer als die in 2016 und sind vor allem in Städten und Ballungsräumen zu erwarten.

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Professionalisierung des Berufsfelds „Immobilienmakler“

Mehr Sicherheit und Transparenz für potenzielle Kunden bei der Wahl von Immobilienmaklern und auch Verwaltern soll der Sachkundenachweis bringen. Da es bisher keine geregelte Ausbildung gibt und die gewerbliche Zulassung eine Prüfung der Fachkompetenz außen vor lässt, ist es für schwarze Schafe einfach, in diesen Berufen mitzumischen. Das soll sich mit der Pflicht einen Sachkundenachweis zu erbringen ändern. Bereits Anfang des Jahres soll das Gesetz verkündet werden. Danach folgen aber Umsetzungs- und Übergangsfristen von mehreren Monaten, sodass noch einige Zeit verstreichen wird, bis jeder Makler und Verwalter mit einem Sachkundenachweis zugelassen ist.

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EU-Kreditrichtlinie für Immobilienfinanzierung: Umsetzung wird überarbeitet

Im vergangenen März trat die umstrittene EU-Kreditrichtlinie in Kraft. Diese verpflichtet Mitgliedstaaten zu einer strengeren Darlehensvergabe für Immobilienfinanzierung, um einer Immobilienblase vorzubeugen. Viele Wirtschaftsverbände und Bundesländer haben die Umsetzung dieser Richtlinie in Deutschland stark kritisiert. Die Umsetzung sei zu strikt, ältere Menschen und junge Familien würde die Immobilienfinanzierung zu schwer gemacht. Daher soll nun eine Überarbeitung der Umsetzung oder genauer gesagt eine gesetzliche Klarstellung erfolgen. Missverständnisse in Bezug auf Kriterien zur Kreditvergabe sollen damit ausgeräumt werden.

Eigentümergemeinschaft: Recht auf barrierefreien Zugang zur Wohnung berücksichtigen

Auch im Wohneigentumsgesetz (WEG) stehen Änderungen bevor. Demnach sind bauliche Maßnahmen am Wohneigentum bisher nur möglich, wenn alle Miteigentümer zustimmen. In Zukunft ist diese Zustimmung nicht mehr nötig, sofern ein berechtigtes Interesse an dieser Baumaßnahme besteht und die Eigenart der Immobilie nicht verändert wird. Diese Änderung soll es körperlich Eingeschränkten, wie Behinderten und älteren Menschen, leichter machen barrierefrei zu wohnen.

Virtual Reality in der Immobilienvermittlung

Zu guter Letzt ein Trend, der bisher vor allem die Spieleindustrie verändert hat: Virtual Reality ist 2017 so weit, dass sie auch in anderen Branchen und Wirtschaftszweigen verstärkt zum Einsatz kommen wird. Für Immobilienprofis heißt das beispielsweise virtuelle Besichtigungen für ihre Objekte anzubieten, die Interessenten ein Raumgefühl ermöglicht. Bereits jetzt gibt es in der Praxis immer häufiger 360° Videorundgänge. Mit der voranschreitenden Entwicklung von VR-Brillen könnten zukünftige Besichtigungen in 3D stattfinden. Es gibt bereits Systeme, bei denen der Rundgang durch Drehen des Kopfes individuell gesteuert und somit in Echtzeit erlebbar wird. Lichteinfall, Deckenhöhe, Geräuschkulisse und die Weite des Raumes sind Einflussfaktoren, die so bereits während der Planungsphase von Bauprojekten für potenzielle Käufer gut wahrzunehmen sind und bei der frühzeitigen Entscheidung zum Immobilienkauf beitragen.

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Titelbild: Didgeman/ pixabay.com