Bisher reicht praktisch ein Gang zum Amt, um die Erlaubnis zum Immobilienmakler nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung zu bekommen. Damit ausgestattet, darf sich jeder als Makler bezeichnen. Die Aufgabe dann aber angemessen zu meistern entpuppt sich oft als schwierig. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) fordert deshalb eine Versicherungspflicht sowie einen Sach- und Fachkundenachweis für Immobilienmakler. Damit soll in Zukunft verhindert werden, dass unseriöse Makler den gesamten Berufsstand in Verruf bringen und Maklerkunden gegebenenfalls entschädigt werden.

Versicherungspflicht schützt Verbraucher

Entsteht dem Klienten durch die falsche Auskunft eines Maklers über den Verkehrswert einer Immobilie ein Schaden, den der Makler ersetzen muss, so soll künftig die vom IVD geforderte Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung einspringen. Die Versicherungspflicht allein reicht allerdings nicht aus. Zusätzlich muss eine Mindestdeckungssumme von 100.000 Euro und eine zusätzliche Berufshaftpflichtversicherung eingeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Wirkung der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung in vollem Maße greift und der Verbraucher bei einem Fehlverhalten des Maklers ausreichend entschädigt wird.

Qualitätsstandard durch Sach und Fachkundenachweis

Der Sach- und Fachkundenachweis soll dafür sorgen, dass jeder Makler eine hohe Expertise vorweisen kann. Je nach Berufserfahrung und Ausbildungsschwerpunkt würde es Unterschiede für den Erhalt eines Sachkundenachweises geben. Eine Möglichkeit wäre der Abschluss zum Immobilienkaufmann/-frau und zusätzliche Berufserfahrung von drei Jahren. Für Quereinsteiger aus anderen kaufmännischen Berufsausbildungen wäre ebenfalls die dreijährige Berufserfahrung Voraussetzung. Darüber hinaus fordert der IVD einen Zertifikatslehrgang im Umfang von 150 Stunden. Bei einem Studienabschluss mit mindestens 50 Prozent wirtschaftlichen, juristischen oder bautechnischen Inhalten würde die vorzuweisende Berufserfahrung neben dem Zertifikatslehrgang ein Jahr betragen. Ohne kaufmännische Ausbildung oder Studium würden sich die geforderte Berufserfahrung auf fünf Jahre und der Zertifikatslehrgang auf 200 Stunden erhöhen. Für alle sollen aber grundsätzlich die Versicherungspflicht und zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen im Umfang 75 Stunden innerhalb von fünf Jahren Voraussetzung sein. Davon wären auch die „alten Hasen“ betroffen, die schon seit über fünf Jahren im Beruf tätig sind.

 

 

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