Die Mieten in Berlin steigen und steigen. Das belegt der neue Berliner Mietspiegel: Die Mietpreise kletterten seit 2013 jährlich im Schnitt um 2,7 Prozent oder 15 Cent pro Quadratmeter. Besonders betroffen von den Steigerungen sind vor allem Altbauwohnungen, die bis 1918 bezugsfertig wurden und die Nachkriegsbauten der Jahrgänge 1950 bis 1964. Während sich von 2011 bis 2013 vor allem die kleinen Wohnungen bis 40 Quadratmeter Größe verteuert hatten, scheint hier das Limit erreicht zu sein. Die Mieten blieben für Wohnungen in dieser Größenordnung weitgehend stabil. Dagegen wurden die Wohnungsgrößen von 60 bis 90 Quadratmeter mit einem Zuwachs von sechs Prozent überdurchschnittlich teuer.

Mietverein befürchtet noch höhere Mietpreise

Die monatliche Nettokaltmiete beträgt in der Hauptstadt nun durchschnittlich 5,84 Euro pro Quadratmeter. Vor zwei Jahren waren es noch 5,54 Euro gewesen. Der Berliner Mietverein erwartet aber weitere Mieterhöhungen für die Zukunft. Denn die Oberwerte der Mietpreise sind wegen den teuren Neuvermietungen spürbar stärker gestiegen. Daran – und nicht am Durchschnitt – orientieren sich die Vermieter. Der neue Mietspiegel wurde vom Institut Gewos mit veränderteren statistischen Methoden erstellt als der kürzlich vom Charlottenburger Amtsgericht kritisierte Mietspiegel. Das Amtsgericht befand, dass der bisherige Mietspiegel nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt worden sei. Durch die neue Berechnungsmethode gilt diese Kritik nicht für den nun veröffentlichten Mietspiegel.

Mietspiegel als Grundlage für die Mietpreisbremse

Der Mietspiegel liefert alle zwei Jahre eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten für mehr als 1,3 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen in Berlin. Ausgewertet wurden für den neuen Mietspiegel Mietverträge, die in den vergangenen vier Jahren neu geschlossen wurden oder in denen sich die Mieten verändert haben. Das Zahlenwerk bildet auch die Grundlage für die Mietpreisbremse, die am 1. Juni in Berlin in Kraft tritt. Dann dürfen Vermieter nur noch zehn Prozent auf die im Mietspiegel ausgewiesene Vergleichsmiete aufschlagen. Ausgenommen sind Neubauten und sanierte Wohnungen.

 

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