Photovoltaik, also die Stromerzeugung aus Sonnenlicht mithilfe von Solarzellen, ist nach wie vor beliebt. Weil die Neuinstallation der Solardächer in den vergangenen Jahren durch günstige Kredite, Einspeisevergütungen und sinkende Anschaffungskosten attraktiv war, befinden sich nun auf Tausenden Dächern der Bundesrepublik Photovoltaikanlagen. Zwar wird die Erzeugung von Solarstrom noch immer gefördert, doch die Subventionen für neue Anlagen sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Private Investitionen in die Neuschaffung von Anlagen gehen daher zurück. Stattdessen geben deutsche Hausbesitzer ihr Geld lieber für bestehende Photovoltaikanlagen aus. Doch egal ob Sie die Traumimmobilie bewusst mit Photovoltaikanlage auf dem Dach kaufen, diese „zufällig“ dabei ist oder Sie der Verkäufer sind: Der Erwerb beziehungsweise der Verkauf einer Immobilie mit Photovoltaikanlage auf dem Dach birgt einige Stolperfallen.

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Auf die richtige Perspektive kommt es an

In erster Linie kommt es – wie so oft im Leben – auf den Blickwinkel an. Für Verkäufer und Käufer empfiehlt es sich, den Kaufpreis für Immobilie und Photovoltaikanlage im Kaufvertrag separat festzulegen. Als Verkäufer sollten Sie dabei die Photovoltaikanlage möglichst günstig veranschlagen. Der Grund: Während der Verkauf einer Wohnimmobilie, die sich seit mehr als zehn Jahren im eigenen Besitz befindet, steuerfrei bleibt, fallen auf den Verkauf der Photovoltaikanlage Steuern an. Kaufen Sie eine Immobilie mit Photovoltaikanlage zur Selbstnutzung, verhält es sich indes genau umgekehrt. Abschreibungsfähig ist beim Kauf lediglich die Anlage, die selbst genutzte Immobilie hingegen nicht. Ein höherer Preis für die Anlage ist daher aus steuerlichen Gründen sinnvoller.

Doch das ist nicht das Einzige, was Sie als Käufer bedenken sollten. Beim Betrieb einer Photovoltaikanlage wechseln Sie unter Umständen und ohne es zu merken vom einfachen Immobilienbesitzer in die Rolle eines Unternehmers. Beim Betrieb müssen Sie sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass steuerliche Abgaben fällig werden, denn für das Finanzamt gilt das als Gewerbe. Deshalb sind Sie verpflichtet in Ihrer Einkommensteuererklärung den finanziellen Gewinn durch das Betreiben Ihrer Photovoltaikanlage zu ermitteln.

Als Käufer sollten Sie ferner vorab klären, ob die Anlage überhaupt zur angebotenen Immobilie gehört.

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Wann lohnt sich überhaupt eine Photovoltaikanlage

Nicht zuletzt sollte man sich im Klaren sein, welchen finanziellen Nutzen man sich eventuell durch den Erwerb einer solchen Anlage erhofft. Ob sich eine Photovoltaikanlage überhaupt rechnet, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Eine ungefähre Einschätzung können Photovoltaik-Rechner im Internet liefern. Lassen Sie sich zusätzlich von einem Wertgutachter beraten. Dieser ermittelt den genauen Wert und die Leistung der Anlage und erstellt mögliche Gewinnprognosen. Schlussendlich können Sie sich auch gegen den Weiterbetrieb entscheiden. Grundsätzlich steht es Ihnen frei, die Anlage zu demontieren und weiterzuverkaufen, sie an einen anderen Betreiber zu vermieten oder sogar durch den Voreigentümer zurückkaufen zu lassen.

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Titelbild: suze/ photocase.de