Im Vergleich zu anderen Branchen legt die Immobilienbranche das Tempo einer Schnecke an den Tag, wenn es um Digitalisierung geht. Doch der späte Start der PropTech-Unternehmen , liegt nicht unbedingt an konservativen Verhaltensmustern der Akteure. Es liegt auch am und daran, dass die Immobilienwirtschaft sich noch nicht auf das konzentriert, wonach sich ihre Teilnehmer am meisten sehnen – nach Sicherheit.

Zwar wurde PropTech in den letzten Monaten fast schon gehypt – jedenfalls der Begriff – aber die Immobilienbranche steckt noch in der Selbstfindungsphase. So sind laut dem unabhängigen Branchenblog Gewerbe Quadrat in Deutschland derzeit circa 112 StartUps im Bereich PropTech aktiv und es werden von Monat zu Monat mehr. Doch es gibt eben auch einige Unternehmen, die sich wieder aus der Immobilienbranche zurückgezogen haben. Aber warum scheinen die Uhren der Immobilienwirtschaft langsamer zu ticken als in anderen Branchen? Was macht den Immobilienmarkt im Hinblick auf die Digitalisierung so besonders und welchen Aspekt sollten PropTech-Unternehmen besonders berücksichtigen? Axel Winckler, Geschäftsführer von realbest, gibt im Folgenden Antworten.

Die Immobilienbranche – spät und sperrig

Es ist bemerkenswert, dass unterschiedliche Branchen unterschiedlich schnell die Digitalisierung suchen oder bewerkstelligen. Je standardisierter das Produkt, desto einfacher ist der Übergang von analoger zu digitaler Transaktion. Die Immobilien- aber auch die Finanzbranche sind da relativ spät und sperrig – ein profunder Wandel der Art des Wirtschaftens – hat bislang noch nicht stattgefunden. Vielmehr werden online und mobile Plattformen hauptsächlich als Marktplätze oder Netzwerkplattformen genutzt – komplett online gehandelt werden die Produkte in der Regel aber nicht.

Denn wer eine Mietwohnung sucht oder eine Eigentumswohnung kauft, wird sie sich eben nach wie vor selbst anschauen wollen. Nur in bestimmten Mietmarkt-Nischen funktioniert die Komplett-Online-Transaktion bis zur Schlüsselübergabe: möbliert und auf Zeit. Im Vergleich dazu sind Kaufimmobilien nicht nur High-Involvement-Produkte, sondern sogar High-High-Involvement-Produkte.

Über Dynamik und das Bedürfnis nach Sicherheit

Dass Immobilien zu Produkten gehören, die einen intensiveren Kaufprozess fordern, wird im Vergleich sehr deutlich: Wie viel Bücher kauft man alleine in der Weihnachtszeit? Wie viel Flüge bucht man pro Jahr? Aber wie viele Immobilien kauft der durchschnittliche Immobilienkunde in einem ganzen Leben? Dem Immobilienmarkt fehlt die Transaktionsdynamik, die andere Märkte in einem deutlich höheren Maße haben. Sogar der Finanzmarkt ist da bewegter. Es geht schließlich von der Geldanlage über Kreditanfragen bis zur Reiseversicherung um eine ziemliche Bandbreite an Produkten.

Die größte Dynamik, die der Kaufimmobilienmarkt – der sich hier deutlich vom Mietimmobilienmarkt unterscheidet – überhaupt in die Digitalisierung trägt, ist – nach Auswahl und Preistransparenz – die Suche nach Sicherheit. Diese Sicherheit ist das nächste wichtige Asset, wenn es um die Digitalisierung von Immobilienverkäufen geht. Sowohl für die B2B-Marktteilnehmer als auch für die Privatkäufer und Käufer.

Market Networks als Fels in der Brandung

Reine Marktplätze und reine Netzwerke können diesen hohen Anspruch an Sicherheit nicht bieten. Als erster Anbieter eines sogenannten Market Networks, einer Kombination aus beiden, bieten wir mit realbest aber genau das: eine sehr transparente und sehr sichere 360-Grad-Vernetzung aller Transaktionsbeteiligten. Hier ist im Moment die größte Dynamik zu finden – denn auch PropTech-Unternehmen dürfen bei der Digitalisierung nicht vergessen: In der Immobilienbranche geht es um die höchsten Summen.

 

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