Käufer oder Verkäufer, Mieter oder Vermieter – wer die Maklerkosten tragen muss, ist bisher nicht klar geregelt. Ist die Nachfrage auf einem Wohnungsmarkt groß, kommt es nicht selten vor, dass der Wohnungssuchende die Kosten für den Makler zahlen muss. Im umgekehrten Fall entscheiden sich Vermieter und Verkäufer häufig, den Makler selbst zu bezahlen und damit die Chancen auf einen Abschluss zu erhöhen.

Noch in diesem Jahr könnte sich diese flexible Vorgehensweise im Mietwohnungssektor jedoch ändern. Erst kürzlich hat Justizminister Heiko Maas einen Gesetzentwurf vorgelegt, der unter anderem das sogenannte Bestellerprinzip vorsieht.

Während Makler im Mietwohnungssegment zukünftig unter Umständen anders kalkulieren müssen, können die, die vor allem Kaufobjekte vermitteln, aufatmen. Die Maklercourtage beim Immobilienkauf und -verkauf ist von den Änderungen durch das Bestellerprinzip nicht betroffen und kann weiterhin flexibel festgelegt werden.

Vermieter muss künftig Makler bezahlen

Im Gesetz zur Regelung der Wohnraumvermittlung (WoVermG) ist bisher festgelegt, dass ein Makler für eine vermittelte Mietwohnung maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer vom Mieter oder Vermieter verlangen darf. Theoretisch soll es nach dem neuen Gesetzentwurf weiter beiden Parteien möglich sein, als Auftraggeber an einen Makler heranzutreten. Doch in der Praxis wird es wohl darauf hinauslaufen, dass nur noch der Vermieter die Kosten trägt – oder auf die Hilfe eines Maklers verzichtet.

Der Mieter ist lediglich zur Zahlung einer Provision verpflichtet, wenn er dem Makler einen schriftlichen Suchauftrag erteilt und dieser „ausschließlich wegen dieses Suchauftrages diejenige Wohnung beschafft, über die der Mietvertrag schließlich zustande kommt.“ Der gängigen Arbeitsweise eines Maklers, der abgelehnte Wohnungen auch weiteren potenziellen Mietern anbieten möchte, steht dies entgegen. In solchen Fällen müsste der Vermieter die Kosten tragen.

Kosten könnten auf Umwegen an Mieter weitergegeben werden

Aus Sicht der Bundesregierung ist das Bestellerprinzip nötig, da Vermieter bisher die Maklercourtage vor allem in stark nachgefragten Städten und Lagen auf den Mieter „abwälzen“ können. Die anstehenden Änderungen zielten dem Gesetzentwurf zufolge darauf ab, „dass auch bei der Wohnraumsuche das marktwirtschaftliche Prinzip gilt: Wer bestellt, bezahlt.“ Verstöße sollen künftig mit Bußgeldern geahndet werden.

Die neuen Regelungen treffen insbesondere Makler, die sich in erster Linie oder sogar ausschließlich auf Mietobjekte spezialisiert haben. Auch für die Mieter könnte das Bestellerprinzip mittelfristig negative Folgen haben. Branchenvertreter geben zu bedenken, dass Vermieter die Maklercourtage möglicherweise zahlen werden, die Kosten dann aber über Umwege an den Mieter weitergeben.