74% der deutschen Bevölkerung leben in Städten oder Ballungsgebieten einer Großstadt* – für uns sind daher Natur und Neuzeit keine Gegensätze mehr. Der Metropolen-Trend entwickelte sich aus dem Phänomen Landflucht, die seit der Industriellen Revolution anhält und dafür sorgte, dass aus vorwiegend industriellen Standorten spannende Lebensräume wurden. Und genau hier liegt der Fokus: auf Leben. Während wir von Anfang bis Ende des letzten Jahrhunderts in Städten wohnten und arbeiteten, steht für die Millennium-Generation verwirklichen und leben im Vordergrund.

Go Green… in einer funktionierenden, gesunden Umwelt

Green Thinking, Green Living, Green Acting: Ökologisches, nachhaltiges Bewusstsein und Handeln ist aus dem Alltag moderner Großstädter nicht mehr wegzudenken. Von New York, über Tokio bis nach Berlin, kann man heutzutage durchaus davon sprechen, dass Grün das neue Schwarz ist. Wir trennen unseren Müll, nutzen Energiesparlampen, lüften zu intelligenten Stoßzeiten und steigen von Diesel- auf Elektroautos um. Wir kaufen Bio, handeln fair und tauschen gern – denn Second-Hand ist oftmals unsere First Choice.

photocaseurwh9awm55049651

Wenn unten nichts mehr frei ist, wachsen wir einfach über uns hinaus

Keine Frage, jede Großstadt, die etwas auf sich hält, bietet ihren Bewohnern und Besuchern eine große Auswahl innerstädtischer Naherholungsgebiete. Berliner haben den Tiergarten, Münchner ihren englischen Garten und der Frankfurter kann sein Naturbedürfnis im 29 Hektar großen Grüneburgpark stillen. Doch wir Großstädter von heute wollen mehr als grünes Allgemeingut – ein eigener Garten muss her. Aber wohin mit dem Garten in einem Mehrfamilienhaus? Ein Blick aus der Vogelperspektive auf viele Großstädte dieser Erde verrät uns die Lösung: Der Garten gehört aufs Dach.

Der urbane Garten: Vom Wildwuchs zu Wohlfühloasen in vier Jahrzehnten

Bereits die Ägypter und Mayas kultivierten ihre frühzeitlichen Siedlungen. Urbane Begrünung ist daher – im wahrsten Sinne des Wortes – tief in der Kultur des Menschen verwurzelt. Über die Jahrtausende etablierte sich das Anlegen innerstädtischer Gärten des Öfteren zur tragischen Notwendigkeit, da sich die Bevölkerung, aufgrund von Nahrungsmittelknappheit, selbstversorgen musste.

Erst Ende der 1970er Jahre, im Zuge der Aufräumaktionen in Städten wie London, Chicago und New York, entwickelte sich Rooftop-Gardening, Dachgartenkultivierung, zum ökologischen Freizeittrend. Was also vor etwa 40 Jahren mit halblegaler Dachbegrünung in diversen Metropolen rund um den Globus begann, gehört heute für eine Stadt zum guten und vor allem zukunftsweisenden Ton.

Dachgärten in Tokyo

Auch ein grüner Daumen kann gezüchtet werden

Und, juckt es bereits in Ihrem grünen Daumen? Haben Sie ein Haus oder eine Wohnung, die das Anlegen eines Dachgartens begünstigen? Wenn die baulichen Voraussetzungen insbesondere der Statik gegeben sind, so steht der individuellen Gestaltung mit flach wurzelnden Gewächsen nichts im Wege. Im Folgenden zeigen wir Ihnen hilfreiche Tipps und Hinweise auf, die Sie bei der Umsetzung des Projekts eigener Dachgarten unterstützen werden.

 

1. Sitzt, passt und hat Luft

Marmor, Kies, eine Sitzgruppe und Terrakotta-Blumenkübel: Sieht fantastisch aus, könnte jedoch zum Problem werden, wenn die Statik nicht mitmacht. Konsultieren Sie daher bereits im Planungsprozess einen erfahrenen Statiker, der gemeinsam mit Ihnen den besten Plan für Ihre grüne Oase entwickeln kann.

Sie haben bereits die Zahlen Ihrer Dachkapazität parat? Smart Homes, Magazin für intelligentes Wohnen, stellt dazu eine Beispielrechnung auf: „Ein Terrassenbelag aus Hartholz beispielsweise belastet das Dach mit etwa 60 kg/qm, ein Plattenbelag aus Stein ist bei einer Materialstärke von 5 cm mit ca. 120 kg/qm zu bewerten. Pflanzen-Substrat aus Bims/Lava mit hohen Kompostanteilen liegt bei einer Einbauhöhe von 50 cm im durchnässten Zustand bei etwa 800 kg/qm.“

2. Gestaltungsstile, so individuell wie Blumenstile

Dachgarten ist nicht gleich Dachgarten: Ob mediterraner Olivenhain, reduzierte japanische Zen-Architektur oder ein kunterbuntes mitteleuropäisches Blumenmeer, je nach Umsetzungswunsch sollte Ihr Dachgarten gewisse Bedingungen erfüllen.

Brauchen Sie eine natürliche Rasenfläche oder reicht Kunstrasen? Bestehen Sie auf Pflanzen, die vor Sonneneinstrahlung geschützt werden müssen? Haben es Ihnen die feinen Kieselsteinstrukturen eines Zen-Gartens angetan? Bringen Sie durch detaillierte Vorplanung Ihr Dach mit Ihren Wünschen in Einklang.

3. Jetzt haben Sie den Salat!

Nein, es kommen mit diesem Satz keine Probleme auf Sie zu – jedoch eine Menge gesunder Lebensmittel, die Sie vor Ihrer Terrassentüre züchten können. Mit einem eigenen Kräuter- und Gemüsebeet können Sie dem hastigen zum Supermarkt rennen, weil Sie die Salatgurke vergessen haben, ein Ende bereiten. Ob Tomaten, Zucchini oder Schnittlauch: Mit den richtigen Voraussetzungen werden Sie zum Urban Farmer – Stadtgärtner – Ihrer eigenen, ungespritzten Salatbar.

4. Eine natürliche Klimaanlage

An einem eigenen Dachgarten werden Sie nicht nur eine visuelle Freude haben. Rasen, Moos, Kies und Erde auf dem Dach haben diverse klimatechnische Vorteile, die sich nicht nur auf Ihre Gesundheit, sondern auch auf Ihren Geldbeutel auswirken werden.

  • Verbesserte Wärmedämmung im Winter, Einsparung von Energiekosten
  • Hitzeschild im Sommer, das Dach wirkt wie eine natürliche Klimaanlage
  • Erhöhter Schallschutz durch eine gute Schallabsorption der Vegetation
  • Luftschadstoffen und Feinstaub werden von den Pflanzen aus der Luft gefiltert
  • Schutz des Daches vor Wettereinflüssen und Temperaturunterschieden
  • Die Verdunstung des gespeicherten Wassers sorgt für Kühlung und Luftbefeuchtung
  • Überschusswasser bei starkem Regen wird zurückgehalten
  • Verbesserung des Arbeits- und Wohnumfeldes für die Menschen
  • Je nach Region gibt es Fördergelder von Städten, Gemeinden oder Ländern

 

Titelbild: nurmalso / photocase.de

 

Quelle Auflistung: dachgarten24.de

* Quelle: Statista.de