Im vergangenen Jahr wohnten 47,5 Prozent der deutschen Bundesbürger zur Miete. Damit hat Deutschland im Vergleich zu allen anderen Ländern der Europäischen Union (EU) den höchsten Mieteranteil – so eine aktuelle Studie des Europäischen Statistikamtes Eurostat. Der gesamteuropäische Durchschnitt an zur Miete wohnenden Menschen liegt bei knapp 30 Prozent.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 52 Prozent der Deutschen im Wohneigentum leben. Das hört sich zunächst nach sehr viel an. Doch innerhalb der gesamten EU liegt der durchschnittliche Anteil an Eigenheimbesitzern bei 70,1 Prozent. Zum Vergleich: Rumänien ist mit 96,1 Prozent das Land mit den meisten Eigentümern von Wohnimmobilien. Danach folgen Slowakei, Litauen und Kroatien.

Geringe Eigenheimquote in Deutschland hat historische Gründe

Dass man in Deutschland hauptsächlich zur Miete wohnt, liegt am historischen Hintergrund des Landes: Nach dem zweiten Weltkrieg waren viele Wohngebiete in westeuropäischen Städten zerstört. Dem akuten Wohnungsmangel konnte man damals nur mit dem möglichst schnellen Aufbau von Mehrfamilienhäusern und Plattenbauten begegnen, was insbesondere auch für Ostdeutschland galt.

Eine weitere Voraussetzung für einen hohen Anteil an Mietwohnungen ist, dass der deutsche Wohnungsmarkt gut entwickelt und stabil ist. Zudem herrschen in Deutschland viele gesetzliche Strukturen, die den Mieter stärken. Diese Bedingungen sind in reichen EU-Ländern eher gegeben als in ärmeren Ländern. Gemessen an der Anzahl der Mieter liegen Österreich (43 Prozent), Dänemark (37 Prozent) und Großbritannien (35 Prozent) hinter der Bundesrepublik.

Wohneigentum wird auch in Deutschland immer reizvoller

Beim Bilden von Wohneigentum ist in Deutschland noch viel Luft nach oben. Voraussichtlich wird die Nachfrage in Zukunft weiter steigen, da viele Arbeitnehmer sich langfristig den Traum vom Eigenheim erfüllen möchten. Die Eigentumswohnung oder das eigene Haus ist in Zeiten niedriger Zinsen und unruhigen Aktienmärkten die beste Alternative, um Geld sicher anzulegen und so für die Zukunft vorzusorgen. Wohneigentum gilt heute als den wichtigsten Baustein für Wohlstand. Wohneigentum ist daher für die meisten Menschen eine feste Größe in ihrer persönlichen Formel für Erfolg und Glück – und aufgrund der günstigen Kredite für immer mehr Menschen auch erschwinglich.

Titelbild: christophe papke / photocase.de