Ob zur Miete oder im Eigentum: Dass Wohnen einfach zum Leben dazugehört, liegt auf der Hand. Doch: Andere Länder, andere Vorlieben. Jede Kultur hat ihr ganz eigenes Verständnis und Verhältnis zum Thema Wohnen. In Deutschland entwickelt sich zurzeit zum Beispiel der Trend hin zum Eigentum. Waren die Deutschen vor der Finanzkrise eher ein Volk, das zur Miete wohnte, entwickelte sich in kürzester Zeit eine enorme Nachfrage nach Wohneigentum. Der Immobilienkauf kam hierzulande in Mode und Deutschland wurde dank niedriger Zinsen zur Käufernation. Eigentümer und Mieter einer Wohnung haben in Deutschland jedoch eines gemeinsam: Das Zuhause muss unbedingt die persönliche Note tragen. Egal ob farbige Wände, der letzte Flohmarktfund oder die hochwertige Designerlampe, mit dem Dekorierten präsentieren die Deutschen stolz ihr eigenes Heim.

Pioniergedanke und Repräsentation in den USA

Ähnliches lässt sich bei den Amerikanern beobachten. Der Hausbesitz gilt in den USA mehr als eine Mietwohnung. Darüber hinaus zeugt bei den Amerikanern der Häuserkauf von einem gewissen Reifegrad und Standfestigkeit im Leben. Ihnen liegt allerdings nicht wie den Deutschen die persönliche Ausstattung der Wohnung am Herzen, sondern eher der Repräsentationsgedanke ihres Heimes. Den Bewohnern in den USA gilt das Wohnzimmer als wichtigster Ort im Haus. Es verweist oft mit einem offenen Kamin auf den Pioniergedanken der USA. Abgesehen davon schätzen die Amerikaner Bäder, oft hat jedes Schlafzimmer ein eigenes Bad. Interessant ist auch, dass viele Wohnräume ohne Tür gestaltet sind und die Wohnräume so offen gestaltet sind, als hätten ihre Bewohner nichts zu verbergen.

Großes Wohnzimmer in den Niederlanden und Klassische Einrichtung in Frankreich

Tatsächlich schätzen auch die Niederländer eine gewisse Offenheit und geben dem Wohnzimmer den Vorzug. Allerdings äußert sich dies nicht darin, flexible Grundrisse zu haben, sondern eher in einer Art Transparenz des Wohngebäudes. Denn bei den Niederländern sind Wohnungen beliebt, wenn diese über ein durch die ganze Tiefe des Hauses gezogenes Wohnzimmer mit jeweils zwei großen Fenstern an beiden Seiten verfügen. Unsere französischen Nachbarn hingegen mögen die Zurückgezogenheit, am liebsten in einer Zweitresidenz auf dem Land. Eine Immobilie in Küstengegend oder in den Bergen ist für viele Franzosen ein Lebenstraum.

Darüber hinaus sind die Franzosen wahre Immobilienliebhaber, denn zwei Drittel von ihnen sind Eigentümer. Der Stil der Einrichtung ist eher klassisch gehalten. Ein ganz anderes Verhältnis zu ihren eigenen vier Wänden haben die westlichen Nachbarn Frankreichs. Die Spanier sehen ihr Zuhause als Rückzugsort der Familie an und verlagern deshalb die meisten Aktivitäten nach draußen. Das mag ein Grund dafür sein, dass in Spanien die Wohnungen eher schlicht eingerichtet sind. Sie sind eben nicht zu Repräsentationszwecken gedacht. Dennoch sind die Spanier ebenso ein Volk der der Eigentümer. Nur ein Viertel von ihnen wohnt zur Miete.

In Berlin ist es eben doch am Schönsten – frisch sanierter Altbau in Prenzlauer Berg
Wisbyer Straße, Prenzlauer Berg 10439 Berlin

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Titelbild: David-W- / photocase.de