Image, Bekanntheit, Kundengewinnung und Kundenbindung – als Marketingplattform ist das Internet heutzutage kaum mehr aus den Köpfen der Unternehmen wegzudenken. Doch in der Immobilienbranche scheint dies immer noch nicht angekommen zu sein. Das zeigt eine von realbest.de und der Skjerven Group in Auftrag gegebene Befragung, an der 119 Immobilienfirmen teilnahmen.

Keine klare Online-Strategie

59 Prozent der befragten Unternehmen folgen keiner klaren Online-Strategie. Weniger als ein Drittel hat sich bisher intensiv mit Themen wie Social Media oder Suchmaschinenoptimierung befasst. Die Mehrheit glaubt sogar, Facebook sei für ihr Unternehmen unwichtig. Und weniger als ein Viertel hat sich bis jetzt mit dem Werbesystem Google-Adwords auseinandergesetzt.

Dabei ist klar: Nutzer, die im Internet nach bestimmten Schlagworten googeln, klicken sich nur durch die ersten angezeigten Seiten. Taucht das eigene Unternehmen unter relevanten Suchbegriffen erst auf der dritten, vierten oder gar zehnten Seite auf, bleibt es unentdeckt. Und existiert damit praktisch für den potenziellen Kunden nicht.

Viele Unternehmen scheint dies nicht sonderlich zu kümmern: 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich nicht sicher seien beziehungsweise selbst noch nie ausprobiert hätten, ob ihr Unternehmen unter relevanten Schlagworten gefunden wird. Und die verbleibenden Teilnehmer? 59 Prozent erklärten zwar, sie wüssten, unter welchen Keywords ihr Unternehmen bei Google gelistet wird – doch die wenigsten sorgen aktiv dafür, dass es dann auch einen entsprechenden Platz im Google-Ranking einnimmt.

Online-Marketing liegt häufig nicht in den richtigen Händen

Das Problem: In vielen Unternehmen wird das Online-Marketing noch immer stiefmütterlich behandelt. Oftmals ist es keiner eigenen Abteilung zugeordnet. 13 Prozent der Befragten gaben an, dass sich mal dieser, mal jener Mitarbeiter mit dem Thema befasse. Bei 29 Prozent liegt es in den Händen der Geschäftsführung – aber ist die Chefetage tatsächlich der kompetenteste Ansprechpartner in Sachen Suchmaschinenoptimierung?

14 Prozent verwiesen darauf, dass ihre Assistentinnen sich um die Online-Angelegenheiten der Firma kümmerten. Auch hier bleibt die Frage nach der entsprechenden Qualifikation offen. Immerhin: 37 Prozent der befragten Unternehmen behaupteten, eine eigene Online-Abteilung zu haben. Ob das allerdings tatsächlich so ist, bleibt fraglich. Vielmehr wird das Thema oft von der PR- oder Marketingabteilung mitbetreut – aber auch hier finden sich nur selten tatsächliche Social-Media- oder SEO-Experten. Lediglich acht Prozent der Firmen lagern ihr Online-Marketing an ein externes Beratungsunternehmen aus.

Zumindest scheinen die meisten Teilnehmer der Befragung zu wissen, dass ihre Online-Strategie noch ausbaufähig ist. 30 Prozent bekannten, dass ihnen andere Firmen bei diesem Thema einige Schritte voraus seien. Nur ein Fünftel von ihnen stimmte der Aussage zu, „deutlich besser als die meisten unserer Wettbewerber“ zu sein.

Eine Chance für all jene Unternehmen, die sich jetzt intensiv mit dem Thema befassen: Solange die Bedeutung des Internets noch von so vielen unterschätzt wird, kann man sich mit einer durchdachten Online-Strategie leicht von der Masse abheben.

 

Titelbild: kallejipp / photocase.de