München ist eine der wichtigsten Städte für den deutschen Immobilienmarkt. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist hier ungebrochen. Dementsprechend sind die Preise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Da wundert es kaum, dass immer mehr Käufer sich auch ein Stück weit außerhalb der Isar-Metropole nach ihrem Traumhaus umsehen. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat kürzlich die Miet- und Eigentumspreise in München mit denen der Kreisstädte in der direkten Umgebung der bayerischen Hauptstadt verglichen. Wie der IVD-Wohnungsmarktbericht über das Münchener Umland nun zeigt, haben die Preise in den Kreisstädten um München für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Herbst 2015 gegenüber dem Frühjahr 2015 deutlich angezogen. Solange die Zinsen weiterhin niedrig sind, wird auch die Nachfrage weiter steigen. Experten rechnen bis mindestens zum Jahr 2019 damit, dass die Niedrigzinspolitik erhalten bleibt und Hauskäufer somit noch langfristig von ihr profitieren können. Auch die Kaufpreise im Münchner Umland werden voraussichtlich stark anziehen, aber daran stören sich Kaufinteressenten nicht. Gerade für junge Familien wird diese Gegend immer interessanter.

Junge Familien in  München zieht es raus aus der Stadt

Familien mögen Vorstädte nicht nur wegen ihrer ruhigeren Lage und Naturnähe – hier ist oft auch die Preislage ein wenig günstiger. Zwar sind die Preise im Münchener Umland im Vergleich zur Innenstadt noch niedriger, aber es ist ein Trend in die Gegenrichtung zu beobachten. Dabei wurden die Kreisstädte Freising, Ebersberg, Erding, Starnberg, Dachau, Fürstenfeldbruck und Bad Tölz-Wolfratshausen untersucht. Vor allem entlang der S-Bahnlinien stiegen die Preise merklich an. In Freising verzeichnete der IVD einen Anstieg der Kaufpreise von 5,9 Prozent, in Starnberg sogar von 6,4 Prozent zwischen Frühjahr und Herbst 2015. Momentan liegen die Wohnkosten im Münchener Umland dennoch weiterhin unter dem Preisniveau der Landeshauptstadt und auch das Immobilienangebot ist größer. Maßnahmen zur Verdichtung und zum Ausbau des Straßenbahnnetzes könnten in Zukunft auch weitere Lagen um München herum für Käufer attraktiv machen.

Münchener Anziehungskraft bleibt bestehen

Die bayerische Landeshauptstadt hat jedoch nichts vor der zunehmenden Nachfrage im Umland zu befürchten, denn sie zieht vor allem im oberen Marktsegment viele Käufer an, und auch auf ganz Bayern bezogen ist die Investitionsbereitschaft ungebrochen hoch. Im letzten Jahr zog das Umsatzvolumen zum sechsten Mal in Folge an und lag 10,2 Prozent höher als 2014. Insgesamt wurden bayernweit 44,87 Milliarden Euro in Immobilien investiert. Das Interesse am bayrischen Markt ist also weiterhin sehr hoch und trotz niedriger Renditen bietet der Markt für Selbstnutzer und Kapitalanleger sicheres Entwicklungspotenzial. Es bleibt abzuwarten, ob die aktuelle Entwicklung in München und seinem Umland auch auf Deutschlands andere Immobilienhotspots übertragbar ist.

 

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