Kaum ein Ort der Berliner Innenstadt polarisiert so sehr wie der im Jahr 2001 aus Ost und West fusionierte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Denn hier, zwischen Gleisdreieck und Ostkreuz, Volkspark Friedrichshain und Columbiadamm, leben ca. 260.000 Einwohner auf dem schmalen Grat von Morgen- und Abendland, Historie und Zukunft sowie Konvention und Kreativität. Ein Pulverfass aus urbaner Energie, das spannend brodelt und gleichzeitig harmonische Einheit beheimatet.

Mit einem Durchschnittsalter von ca. 37 Jahren ist Friedrichshain-Kreuzberg der Bezirk mit den jüngsten Einwohnern. Ergänzt wird der demografische Fakt durch die Tatsache, dass diese Ost-West-Perle mit 13.000 Einwohnern pro km² die höchste Bevölkerungsdichte Berlins aufweist. Wer diesen Bezirk besucht oder bewohnt, der wundert sich daher nicht darüber, dass hier aus allen Ecken und Enden Ideen sprießen, wie Löwenzahn durch den rauen Asphalt.

Friedrichshain-Kreuzberg charakterisiert sich demografisch und architektonisch durch eine enorme Vielfalt. Bürogebäude im „Zeitungsviertel“ der Südlichen Friedrichstadt gehören hier genauso zum Straßenbild, wie die Wagenburgen alternativer Lebensformen in der Revaler Straße sowie extravagante Loft- und Altbauwohnungen im Bergmannkiez.

Gegensätze

Zwischen Orient und Okzident: Berlin-Kreuzberg

Kreuzberg ist laut, Kreuzberg ist bunt, Kreuzberg ist rebellisch, charmant und gleichzeitig hart wie Mauerbeton: Klischees über den berühmt-berüchtigten Ortsteil im gleichnamigen Bezirk, die allesamt stimmen. Denn Kreuzberg ist Berlins ambivalente Seele, die sich, jedem historischen Ereignis zum Trotze, immer irgendwie treu geblieben ist.

Kreuzberg vibriert zwischen Abendland und Morgenland, Orient und Okzident und ist eine gesunde Mischung aus Urbanität, Lokalpatriotismus, echter Kiezkultur und emsigem Trubel. Kein Wunder: Hier, an der Grenze zu Friedrichshain, Tempelhof, Mitte und Neukölln, im flächenmäßig kleinsten Bezirk der Stadt, tummeln sich knapp 14.000 Einwohner/km² – Berlins am dichtesten besiedelte Ortslage.

Ein Prinzip, das funktionieren zu scheint, bietet doch der Ortsteil mit eindrucksvoller Geschichte für jeden Menschentyp eine Nische. Multikulti am Kottbusser Tor, Beschaulichkeit am Viktoriapark, Multimedia im Bergmannkiez und Großstadtflair in der Südlichen Friedrichsstadt – Kreuzberg mauserte sich binnen der letzten 20 Jahre von einem lokalen Outsider im Schattendasein der Berliner Mauer zu einer der begehtesten Wohnlagen Europas.

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Berlin-Friedrichshain: Vom Enfant Terrible zum urbanen Musterschüler

Bereits seit über 150 Jahren ist der ehemalige Arbeiterbezirk im Osten unserer Metropole bekannt für seinen eigenen Kopf. Von politischer bis hin zur modischen Revolution: In Friedrichshain wohnt seit jeher revolutionierender Geist hinter – heutzutage aufwändig sanierten – Altbaufassaden.

Zwischen Kreuzberg, Mitte, Pankow und Lichtenberg gelegen, erlebt der dichtbesiedelte Ortsteil nach aufwändigen Sanierungsarbeiten ein Comeback, das seinesgleichen sucht. Aus den einstigen kommunistischen Hochburgen, wie Simon-Dach-Kiez und Boxhagener Platz, wurden attraktive Wohn- und Ausgehviertel, die den Geist der damaligen Zeit bewahrten und mit modernem Zeitgeist mixten. Von der Landsberger Allee bis hin zum Spreeufer weht heute ein charmanter Ost-West-Wind durch die belebten Straßenzüge, der den Friedrichshain binnen weniger Jahre zu einer der beliebtesten Wohnquartiere der Stadt machte.