Standhaft, beständig, ruhig – das bedeutet das lateinische Wort „constans“, von dem sich der Name Constantin ableitet. All diese Eigenschaften treffen auf das großbürgerliche Haus in Frankfurt zu, das die Architekten Johannes Götz und Guido Lohmann restauriert haben. Denn das herrschaftliche Wohnhaus wurde als Doppelhaus schon 1913 gebaut. Zwar hinterließ der Zweite Weltkrieg seine zerstörerischen Spuren an dem Patrizierhaus, doch ganz konnte es der Schrecken nicht in die Knie zwingen. So erhielt das Kölner Architekten-Duo 2008 die Chance, das elegante Haus wieder herzurichten.

Seit 2010 steht Haus Constantin in wiedergefundener Eleganz strahlend weiß an der Straße, ist dabei aber nicht unbedingt ein Haus, das einem sofort ins Auge fällt. In seiner klassischen Bauweise mit seitlich abgeknicktem Mansarddach aus dunkler Schieferdeckung, der geradlinigen Symmetrie und den dreieckigen Giebeln ist das Haus eher auffallend unauffällig. Zum Garten hinaus gibt es neben einer Terrasse Balkone im Obergeschoss, die von Säulen gestützt werden. Der gediegene Schick von Haus Constantin in einer edlen Granit-Sandstein-Fassade hat eine ruhige Ausstrahlung ohne herrschaftliche Überheblichkeit.

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Beim Eintritt in das Haus wird man von hohen, weißen Wände und ein archaischer Terrazzo-Fußboden in brauner und dunkelblauer Farbe begrüßt. Auch die mächtige Wendeltreppe aus Holz passt mit geschwungenen Streben wunderbar zum traditionellen Charakter der Architektur. Der Gang durch den Flur in den Wohnbereich zeigt dann die moderne Seite des Hauses, dass es nicht eins zu eins wieder so aufgebaut, wie es einst erdacht wurde. Denn der hintere Raum im Erdgeschoss ist weitläufig und hell. Hier liegt auf höhere Ebene der Essbereich, ein paar Stufen führen nach unten zum Wohnbereich und im hinteren Erker ist eine kleine Bibliothek eingerichtet. Durch halbhohe, nicht massive Trennwände erfolgt eine weitere subtile Einteilung des lichten Raumes. Das Spiel mit Ebenen und Raumtrennern in einem offenen Wohn- und Essbereich liegt bei zeitgenössischer Architektur im Trend. Es ist die Handschrift der Restaurierung, denn davor waren dies vier Zimmer. Auch hier sind die Wände weiß, die Fenster lassen viel Licht rein und der Fußboden ist aus Eichenholz. Der Raum ist ein gelungenes Beispiel für die Verknüpfung von klassischer Fassade und heutigem Wohnbedarf.

Insgesamt ist das Haus Constantin 820 m² groß, hat neben dem modernen Wohnbereich noch ein Obergeschoss und ein ausgebautes Dachgeschoss sowie einen Garten mit Pool. So bietet Constantin ein Zuhause in einem altehrwürdigen Rahmen, in dem es nach dem Umbau auch im 21. Jahrhundert an nichts fehlt und das bestimmt noch viele weitere Jahre standhaft und beständig in seiner unaufgeregten Manier da steht.

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Bilder: Johannes Götz, Guido Lohmann