Ein Winter vor vielen Jahren: Mit großer Vorfreude reißen wir die Türe des Hauses unserer Großeltern auf. Weihnachtlicher Duft aus Tannenzweigen und Kaminholz weht uns entgegen. In der Küche die Eicheneckbank, im Wohnzimmer die große Schrankwand mit kleinen Verstecken für Schokolade. In der Ecke unsere Holzeisenbahn und das Schaukelpferd.

Ungerne reißen wir Sie jetzt aus Ihrem Tagtraum, jedoch würden wir gerne mit Ihnen über Holz sprechen. Ja, genau: Holz. Der älteste natürliche Rohstoff, der uns seit jeher ein Dach über dem Kopf bietet und gleichzeitig unsere vier Wände zu lauschigen Rückzugsorten macht.

Gemütlich 2.0

Von „Eiche brutal“ bis hin zu Gelsenkirchener Barock“: Holz hinkt, besonders binnen den vergangenen 25 Jahre, seinem ehemals positiven Image als unverzichtbares Wohnstilelement etwas hinterher – Kunststoff, Beton und Stein, hier und da etwas Furnierholz, kleideten unsere Wohnräume. Das ändert sich nun fundamental. Mit der Rückkehr zu „alten Werten“, Vintage und Retro, erlebt Massivholz 2014 ein Revival.

Warm, heimisch, verlässlich, individuell und wandelbar, sind nur einige positiven Eigenschaften, die Holz dieses Jahr zu einem unverzichtbaren Material in Wohnungen und Häusern rund um den Globus machen. Alles, was wir dazu brauchen, sind etwas Kreativität und der Blick über den bekannten Tellerrand: Denn Holz ist 2014 definitiv mehr als Eckbank, Schaukelpferd und Bücherregal.

Leben mit Lebendigkeit

„Vor den Eichen sollst du weichen, doch die Buchen musst du suchen!“ Eine Weisheit, die wir uns während eines Gewitters zu Herzen nehmen sollten, jedoch nicht im Rahmen unserer Wohnungseinrichtung. Denn hier gilt glücklicherweise: Holz und Holz gesellt sich gern. Von Akazie über Esche bis hin zu elegantem Kirschholz, mit dem richtigen Gespür für Kombination und Raumgegebenheiten machen Sie aus Ihrem Zuhause eine gemütliche Welt der Hölzer.

Wer sich mit Echthölzern umgibt, der sollte vor Augen haben, dass es sich um einen lebenden Rohstoff handelt. Das heißt, dass Holz seine Farbe ändert, unterschiedliche Maserungen hat und Variablen im Farbspiel aufweist. Holz verbessert aber auch Ihr Raumklima, da es sowohl Feuchtigkeit und Wärme aufnimmt als auch abgibt.

Konnten wir Sie – im positiven Sinne – auf den Holzweg führen? Dann haben wir hier für Sie 6 hilfreiche Tipps für das Einrichten und den Umgang mit Holz:

1)     Es gibt ca. 100 verschiedene Holzarten, die zum Bau von Möbeln verwendet werden. Lassen Sie sich daher von Fachleuten inspirieren und Beraten, wenn es um das individuelle Einrichten Ihrer vier Wände geht.

2)     Tropenhölzer sind schön, keine Frage. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsgedankens greifen wir dieses Jahr jedoch auf einheimische Hölzer zurück. Birne, Fichte, Kiefer: Mindestens genauso schön und stabil wie Mahagoni, mit jedoch viel kürzeren Transportwegen lieferbar.

3)     Alles in Balance: Holz dunkelt nach, wenn es nicht regelmäßig Lichtquellen ausgesetzt wird und Gegenstände zu lange auf der gleichen Stelle stehen.

4)     Auch Dellen sind keine Katastrophe: Druckstellen einfach mit Schleifpapier anschleifen, Delle wässern und mit einem feuchten Tuch und einem Bügeleisen herausdämpfen. Das Tuch muss ausreichend feucht sein, und das Bügeleisen darf nicht mit dem Holz direkt in Berührung kommen.

5)     Holzmöbel sind robust und leicht zu pflegen. Abstauben oder mit einem feuchten Fensterleder abwischen – fertig! Dabei immer in Richtung der Maserung wischen. Nur grobporige Hölzer – wie Eiche und Esche – sollten Sie nicht feucht wischen, denn hier kann sich der Staub durch zu viel Feuchtigkeit in den Poren absetzen.

6)     Ein Spiel aus hell und dunkel! Sind Sie eher der Typ „gemütlich“ oder „modern“? Wer es eher heimisch, bodenständig und solide mag, für den ist dunkles Holz die richtige Wahl – am besten geeignet sind massive, dunkle Holzmöbel für große Räume. Für kleine Wohnungen eignen sich eher helles Holz und offene Regale in Kombination mit hellen Wandfarben.