„Ein neues Jahr hat seine Pflichten, ein neuer Morgen ruft zur frischen Tat“, wusste schon Goethe über den Jahreswechsel zu sagen. Dies gilt 2016 in der deutschen Immobilienbranche angesichts des Wohnraummangels mehr denn je. Doch 2016 soll nicht nur das Baujahr schlechthin werden. Was sich in Sachen Immobilien ändert, was es Neues gibt und welche Wohntrends das neue Jahr bringt haben wir hier zusammengefasst.

2016, ein guter Jahrgang

Dieses Jahr werden bundesweit rund 400.000 neue Wohnungen benötigt, um dem stetigen Bevölkerungszuwachs der letzten Monate entgegentreten zu können. Daher haben sich 29 Verbände der Bau- und Immobilienbranche zusammengeschlossen und fordern konkrete Maßnahmen von Bund und Ländern. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau sollen verbessert werden, indem beispielsweise die Grunderwerbssteuer auf 3,5 % beschränkt wird. Auch Bauministerin Barbara Hendricks hat bereits Ende letzten Jahres einen 10-Punkte-Plan vorgestellt, um die Wohnsituation in Deutschland zu verbessern. Weitere Informationen zur Bauoffensive gibt es hier.

Verschärfung der Energieeinsparverordnung

Bereits am 01. Januar wurde die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor allem für Neubauten verschärft. So muss der Wärmeschutz von Gebäudehüllen bei Neubauten um 20 % verbessert werden, was zum Beispiel durch eine dickere Dämmung erreicht werden kann. Auch der Grenzwert zum Verbrauch von Primärenergie wurde um 25 % nach unten korrigiert. Gleichzeitig haben Bauherren viel Freiheit bei der Umsetzung der neuen Vorschriften – ob vor allem auf energiesparende Technik gesetzt wird oder auf eine umfassende Dämmung bleibt ihnen überlassen. Auch gibt es parallel zu der strengeren Verordnung eine Erhöhung der Förderkredite von der KfW.

EU-weite Neuregelung der Immobilienfinanzierung

Die EU verabschiedete im letzten Jahr eine neue Richtlinie zur Immobilienfinanzierung, die in Deutschland ab März gelten wird. Ziel ist es, die Verbraucher vor Pfändung und Zwangsvollstreckung zu schützen. Hauptsächlich geht es darum, dass Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden strenger prüfen müssen. Zudem soll die Vorfälligkeitsentscheidung zukünftig entfallen und für Kredite nur der übliche Marktzins berechnet werden, was dazu führen kann, dass die Bank dem Kunden gezahlte Zinsen zurückzahlen muss.

Holz ist die neue Fliese

In Sachen Wohntrends wird es natürlich. Denn eine neuartige Technik zur Holzversiegelung macht den Baustoff der Natur widerstandsfähiger, wie aus dem neuen Trendreport der Möbelmesse imm Cologne hervor geht. So kann Holz besser und in größerem Umfang auch in feuchten Räumen wie dem Badezimmer eingesetzt werden. Holz ist ein arbeitender Stoff, der Natürlichkeit und Behaglichkeit ausstrahlt und damit auch Badezimmer gemütlich macht.

Cozy – die neue Gemütlichkeit

Das Jahr 2016 wird gemütlich. Der angesagteste Einrichtungsstil im neuen Jahr ist nämlich der sogenannte „Cozy-Style“. Danach sollen Zimmer so aussehen, als ob sie bewohnt werden. Reduziertes Design und futuristische Reinheit werden 2016 wohl ihre Pole Position wohl an die Gemütlichkeit abgeben müssen. Denn Holz- und Polstermöbel, natürliche Materialien wie Leinen und der vermehrte Einsatz von Kissen sind immer mehr gefragt. Warme Farben und der Mut zu dekorativen Accessoires komplettieren den behaglichen Einrichtungsstil.

 

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