Fast anderthalb Millionen Menschen gehen jedes Jahr in Deutschland in den Ruhestand. Die meisten von ihnen sind dann erst Anfang 60, fit, aktiv und haben noch viele Jahre vor sich. Rund ein Drittel der Menschen der geburtenstarken Jahrgänge 1950 bis 1963 erfüllt die Voraussetzungen für die Rente mit 63. Dadurch könnten in den kommenden Jahren jährlich 300.000 bis 450.000 Menschen Anspruch auf die Leistung haben.

Es sind also fast eine halbe Millionen Menschen, die dann die Freiheit des Ruhestandes genießen können: Die Kinder sind aus dem Haus, man muss nicht mehr arbeiten gehen und kann sich allen Projekten und Dingen widmen, für die man sonst keine Zeit hatte. Oft fällt vielen Menschen in dieser Zeit auf, dass das Haus, in dem sie als Familie gelebt haben, zu groß geworden ist. Auch die Anforderungen an das Zuhause ändern sich: Eine Immobilie mit mehreren Stockwerken und entsprechend vielen Treppen zum Beispiel kann langfristig problematisch werden. Viele Senioren möchten auch noch einmal das Land- oder Stadtleben genießen und daher umziehen. Der Beginn des Ruhestandes ist deswegen die Zeit, sich über eine komfortable Alternative Gedanken zu machen und dabei zukünftige Lebenslagen zu bedenken.

Eine neue Immobilie für den neuen Lebensabschnitt

Der Trend geht dahin, dass Senioren große Familienhäuser zu Gunsten kleinerer, schicker Immobilien in der City verkaufen oder ihre Mietwohnung gegen ein passendes Eigenheim eintauschen. Wohnungen, die durch ihre Lage und Ausstattung auch das Leben im hohen Alter noch angenehm machen, sind derzeit sehr beliebt. Oft zeichnen sie sich durch eine altersfreundliche Umgebung aus, beispielweise mit nahen Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten. Durch den Erwerb einer solchen Immobilie und den Verkauf des alten Hauses schafft man sich einen angemessenen Wohnraum für das Alter und macht gleichzeitig die große Immobilie frei für eine junge Familie.

Doch auch wer kein Wohneigentum besitzt, sollte darüber nachdenken, sich mit dem Eintritt in die Rente nicht nur von den Verpflichtungen des Jobs zu befreien, sondern auch von der Pflicht der Mietzahlung. Denn wer im Ruhestand auf die eigenen vier Wände setzt, statt zur Miete zu wohnen, spart monatlich im Durchschnitt 518 Euro nach dem Erwerb der Immobilie – das schont die eigene Rente. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes.

Der Immobilienkauf lohnt sich noch immer

Dennoch zögern viele Menschen, Wohneigentum zu erwerben, vor allem in fortgeschrittenem Alter. Sie fragen sich, ob sich der Immobilienkauf überhaupt noch lohnt, angesichts der stetig gestiegenen Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in den vergangenen Jahren. Vor allem in deutschen Ballungszentren wie Berlin oder München ist das der Fall. Die kürzlich veröffentlichte Studie „Wohneigentum 2014“ stellt jedoch fest, dass sich in den meisten Gegenden Deutschlands der Immobilienkauf noch auszahlt. Für die Studie wurden 401 Kreise oder kreisfreie Städte in Deutschland untersucht, mit dem Ergebnis, dass Immobilieneigentümer in etwa jedem dritten Kreis (36 Prozent) in den nächsten Jahren noch mit Wertsteigerungen ihres Hauses oder ihrer Wohnung rechnen dürfen.

In weiteren 38 Kreisen, sei die Wertentwicklung über einen längeren Zeitraum hinweg stabil. Besonders vielversprechend sehen die Wertsteigerungen von Wohnimmobilien in und um die Metropolregionen Berlin, Hamburg, Frankfurt a.M., Köln und Düsseldorf aus. Nicht nur, dass sich der Immobilienkauf noch lohnt, der Erwerb von Wohneigentum war auch noch nie so günstig wie im Moment, trotz nur moderat steigender Preise. Das liegt an den sehr niedrigen Bauzinsen, die 2014 nochmals gesenkt wurden. Natürlich sind dies wichtige Faktoren für den Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage. Doch wer die Wohnung oder das Haus als Rentner selbst bewohnen will, hat noch weitere Argumente, die für einen Kauf sprechen. Am wichtigsten ist vielen die persönliche Unabhängigkeit vom Vermieter oder von Mietsteigerungen.

 

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