Der Kauf von Wohneigentum ist in beinahe allen Regionen Deutschlands günstiger als zur Miete zu wohnen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Das Resultat der Untersuchung scheint angesichts der seit Jahren ansteigenden Immobilienpreise auf den ersten Blick überraschend.

Doch wie die Berechnungen des Instituts zeigen, wird der Anstieg der Wohnungspreise durch den Zinsrutsch mehr als wettgemacht. Dank des niedrigen Zinsniveaus sind die Kosten für eine Eigentumswohnung immer noch geringer als die Kosten einer Mietwohnung. Lediglich in den vier bayerischen Landkreisen Rosenheim, Miesbach, Aichach-Friedberg und in Kempten im Allgäu hätte sich das Mieten 2014 mehr gelohnt als der Wohnungskauf.

Eine Preisblase ist nicht in Sicht

Um die preisliche Differenz zwischen Wohnungskauf und Mieten zu berechnen, verglichen die Ökonomen des IW die Entwicklung der Mieten in Deutschland mit den Kosten, die bei einer Eigentumswohnung im Laufe der Jahre anfallen. Dazu gehören neben der Finanzierung des Kaufpreises, die Grunderwerbssteuer, die entgangenen Zinsen aus einer alternativen Anlage des eingesetzten Eigenkapitals sowie die Instandsetzungskosten und Abschreibungen.

Zudem wurde die jährliche Wertentwicklung der Wohnimmobilie berücksichtigt. Die Analyse zeigt ein eindeutiges Bild: Während die durchschnittliche Nettokaltmiete in Deutschland seit 2006 ansteigt, geht der Preis für eine selbstgenutzte Eigentumswohnung seit Ende 2008 nach unten. Im vergangenen Jahr waren die Selbstnutzungskosten für eine 100-Quadratmeter-Wohnung um 43 Prozent niedriger als 2009.

Das Ergebnis freut sicherlich nicht nur Wohnungssuchende, die die günstigen Bedingungen für einen Wohnungskauf nutzen wollen, sondern auch die Immobilienwirtschaft. Denn die Studie zeigt, dass die jährlichen Nutzungskosten von Eigentumswohnungen deutlich unter den aufgerufenen Mietpreisen liegen. Eigentumswohnungen sind demnach weiterhin nicht überbewertet, sodass eine spekulative Preisblase nicht in Sicht ist. Aus diesem Grund sehen die Ökonomen des IW weitere Preisanstiege auf dem deutschen Wohnungsmarkt als gerechtfertigt an.

Auch bei Zinswende bleibt Immobilienkauf günstig

Auch wenn bei einem Ende der Niedrigzinspolitik die Zinsen wieder steigen würden, bliebe der Wohnungskauf in den meisten Regionen Deutschlands weiterhin rentabel. Das IW berechnete, dass bei einer Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt in lediglich 35 von insgesamt 400 Landkreisen die Selbstnutzerkosten die Mietkosten um zehn Prozent übersteigen würden. Dies wäre vor allem in den bayerischen Landkreisen der Fall.

Vor allem in Großstädten hätten höhere Zinsen nur geringe Auswirkungen. So würden die Kosten für eine Eigentumswohnung in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Köln die Mietkosten um zehn Prozent übersteigen, wenn sich die Zinsen auf mehr als vier Prozent erhöhen würden. In München erwarten die Ökonomen des IW dies bei einem Zinssatz von mehr als drei Prozent.

 

Titelbild: jock+scott / photocase.de