Der finale Termin beim Notar markiert die Eigentumsübertragung und ist einer der wichtigsten Momente im Kauf bzw. Verkauf einer Immobilie. Ähnlich wie Sie es vom Steuerberater kennen, ist eine gute Vorbereitung essentiell um keine unnötige Zeit zu verlieren und diese bürokratischen Hürden geschmeidig zu nehmen. Es mag kompliziert klingen, aber zum Glück ist dieser Prozess klar strukturiert. Wir erklären, wie Sie sich am besten auf den „großen Moment“ vorbereiten.

Ausführliche Informationen rund um die gesamte Rolle des Notars sowie Antworten auf weitere rechtliche Fragen beantworten wir Ihnen auf der Seite “Die Rolle des Notars beim Wohnungs- oder Hausverkauf”.

Die notarielle Beurkundung jedes Kaufvertrages ist Pflicht. Bedenken Sie bei Ihrer Planung, dass die eigentliche Kaufpreisbelegung und Eigentumsübertragung nach Wohnungs- oder Hausverkauf bis zu einigen Monaten später erfolgen kann.

Eine Notarvorbesprechung vor dem Beurkundungstermin ist sinnvoll

Der Notar ist eine neutrale Instanz und klärt rechtliche Fragen für Käufer und Verkäufer unparteiisch. Die Kosten für das Notariat, die Abwicklung des Kaufvertrages mit der Umschreibung des Eigentums und die Grundschuldbestellung für die den Käufer finanzierende Bank trägt der Käufer. In Vorbereitung auf den eigentlichen Notartermin findet in der Regel eine Vorbesprechung beider Parteien beim Notar statt. In diesem Rahmen wird der Kaufvertragsentwurf entwickelt und vertieft, der Kaufgegenstand präzise definiert, der Grundbuchinhalt besprochen, Haftungsfragen bei Sach- und Rechtsmängeln und sämtliche Modalitäten der Kaufpreiszahlung und Eigentumsübertragung erörtert.

Beim Verkauf einer Eigentumswohnung ergeben sich gegenüber dem Hausverkauf Besonderheiten, weil mit der Wohnung, das sogenannte Sondereigentum – also die eigentliche Wohneinheit – ein Keller und eventuell Autostellplatz und ein Anteil am Gemeinschaftseigentum verkauft wird. Miteigentümer am Gemeinschaftseigentum sind alle Wohnungseigentümer, die sich in der Wohneigentümergemeinschaft konstituieren. Das Gemeinschaftseigentum umfasst das Grundstück und durch die Gemeinschaft genutzte Gebäudeteile wie die Außenfassade, das Treppenhaus, das Dach, den Heizungsraum usw.

Die Wohneigentümergemeinschaft wird rechtlich durch die Teilungserklärung definiert. Inhalt der Teilungserklärung ist grundsätzlich die Gemeinschaftsordnung, in der die Rechte und Pflichten der Wohnungseigentümer bezüglich Nutzung, Bewirtschaftung und Zusammenleben in der Wohnungseigentümergemeinschaft geregelt werden.

Hier erhalten Sie Tipps zum Verkauf einer vermieteten Wohnung oder einer Kapitalanlage.

Mit der Eintragung der Auflassungsvormerkung geht die Verfügungsgewalt über die Immobilie auf den Käufer über

Zum abschließenden Notartermin sollten Käufer und Verkäufer der Immobilie anwesend sein. Nach Abschluss des Kaufvertrags veranlasst der Notar beim Grundbuchamt die Umschreibung des Grundbuchs, ausgelöst durch die so genannte Auflassungsvormerkung, bei der die Immobilie dem Käufer „zugesichert“ wird. Der Verkäufer hat ab diesem Zeitpunkt keine Verfügungsgewalt über die Immobilie mehr.

Die eingetragene Auflassungsvormerkung ist eine wesentliche Zahlungsvoraussetzung und der Notar erklärt zu diesem Zeitpunkt in der Regel die Fällgkeit des Kaufpreises. Häufig wird zumindest ein Teil des Kaufpreises über eine Bank des Käufers finanziert. In diesem Fall wird der Notar parallel zur Auflassungsvormerkung auch noch die Grundschuldeintragung veranlassen und überwachen, dass bei Kaufpreisfälligkeit die Eintragung der Grundschuld der finanzierenden Bank bestätigt werden kann. Nach vollzogener Kaufpreisbelegung durch den Käufer wird der Notar die endgültige Eigentumsumschreibung auf den Käufer veranlassen, der anschließend als neuer Eigentümer in der ersten Abteilung des Grundbuchs benannt wird.