Es gibt wenige Entwicklungen, die gleichzeitig so viele Menschen direkt betreffen und sich auf ihren Alltag auswirken, wie Mieten und Kaufpreise von Wohnimmobilien. Nahezu jeder ist Mieter, Eigentümer, Käufer oder Verkäufer und vom Geschehen auf dem Immobilienmarkt betroffen. Wir erklären Ihnen, wie sich der deutsche Wohnungsmarkt im vergangenen Jahr entwickelt hat und wie die Aussichten für 2014 sind.

Starke Nachfrage und geringes Wohnungsangebot bestimmen die Preise

2013 war für den deutschen Wohnimmobilienmarkt ein gutes Jahr. In den vergangenen Jahren führte insbesondere die Wohnraumknappheit zu hohen Miet- und Kaufpreissteigerungen. Seit 2010 kommt der Neubau langsam in Schwung, auch 2013 erhöhte sich die Zahl der Baugenehmigungen. In den ersten drei Quartalen wurde der Bau von 202.100 Wohnungen genehmigt – 13,5 Prozent beziehungsweise 24.000 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies wirkt sich stabilisierend auf die Mieten und Kaufpreise aus.

Der Anstieg der Nettokaltmieten war im Jahr 2013 mit 1,3 Prozent niedriger als die allgemeine Teuerungsrate von 1,5 Prozent, im Vorjahr ergab die Auswertung der amtlichen Mietspiegel eine Erhöhung von 1,2 Prozent. Die höchsten Mieten werden laut dem Forschungs- und Beratungsunternehmen F+B nach wie vor in München gezahlt: Die durchschnittliche Kaltmiete lag dort 2013 mit 10,25 Euro pro Quadratmeter 65 Prozent über dem deutschen Durchschnitt von 6,21 Euro je Quadratmeter. In Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg bewegte sich die Durchschnittsmiete zwischen 8,18 Euro und 7,53 Euro. Deutlich unter dem bundesweiten Mittel lagen die Mieten in Berlin (West) mit 6,03 Euro und Berlin (Ost) mit 5,70 Euro.

Die inserierten Kaufpreise für Eigentumswohnungen legten im bundesweiten Schnitt ebenfalls leicht zu. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhten sie sich dem Beratungsunternehmen empirica zufolge in den kreisfreien Städten im vierten Quartal 2013 um 4,9 Prozent. Allerdings waren die Zuwächse wie in den Vorjahren in den sieben größten deutschen Städten besonders hoch. In diesen Ballungsgebieten geht die Deutsche Bundesbank von einem Preisanstieg von neun Prozent bei Eigentumswohnungen aus.

Keine Überhitzung am Wohnungsmarkt in Sicht

Auch für 2014 erwarten Immobilienexperten weitere, wenn auch etwas abgeflachte Preiszuwächse. Im Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) prognostizieren die Immobilienweisen für Deutschland einen durchschnittlichen Mietanstieg von drei Prozent. Nach Einschätzung des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) werden sich die Mieten und Kaufpreise auch 2014 weiter stabil entwickeln. Die Preise für Wohneigentum werden im bundesweiten Durchschnitt voraussichtlich leicht oberhalb der Inflationsrate steigen. „Der Nachholeffekt der Preisentwicklung der vergangenen Jahre lässt in den Metropolen langsam nach und die Preise werden sich stabilisieren“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. Der Deutschen Bundesbank zufolge gehen von den Immobilienpreisen keine größeren makroökonomischen Risiken aus.

 

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