Die Mietpreisbremse kommt: In der vergangenen Woche hat der Bundesrat das entsprechende Gesetz abgesegnet. Die Mietpreisbremse soll am 1. Juni in Kraft treten. Bevor sie angewendet wird, sind jedoch die Länder gefragt. Sie müssen festlegen, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, und damit die Voraussetzung für die geplante Deckelung der Mieten schaffen. In den zehn größten Städten Deutschlands sind die Planungen und Verhandlungen derzeit unterschiedlich weit fortgeschritten.

Berlin und Hamburg bringen sich in Stellung

In der Hauptstadt wird die Mietpreisbremse im gesamten Stadtgebiet eingeführt werden. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt dem Online-Portal Wohnungsbörse.net zufolge derzeit bei 9,47 Euro pro Quadratmeter. Berechnungen des Berliner Mietervereins ergaben, dass das Gesetz voraussichtlich bei rund zwei Dritteln aller Neuvermietungen greifen wird. In Hamburg liegt die Miete in begehrten Vierteln weit über dem stadtweiten Durchschnitt von 11,43 Euro pro Quadratmeter. Die Mietpreisbremse soll hier ebenfalls im gesamten Bundesland gelten. Allerdings riskiert die Stadt damit einen Austritt der Immobilienwirtschaft aus dem „Bündnis für das Wohnen“, das jährlich rund 6.000 neue Wohnungen errichtet. Die Unternehmen hatten mit einem Austritt aus dem Bündnis gedroht, wenn die Bremse flächendeckend eingeführt werden sollte. In München, wo mit 15,77 Euro pro Quadratmeter die im Schnitt teuersten Mieten in Deutschland gezahlt werden, herrscht noch Unsicherheit, ob das Gesetz in Kraft tritt oder nicht. Zurzeit prüft der Freistaat Bayern, in welchen Gebieten des Bundeslandes das Gesetz gelten soll.

Dortmund und Essen: Einführung der Mietpreisbremse unwahrscheinlich

In Dortmund ist Wohnraum mit im Schnitt 6,52 pro Quadratmeter verhältnismäßig günstig. Es gilt als unwahrscheinlich, dass hier die Mietpreisbremse eingeführt wird. Der Dortmunder Mieterbund spricht sich jedoch für die Deckelung der Mieten aus, da insbesondere in einigen gehobenen Vierteln im Süden der Stadt die Mieten hoch seien. In Essen sind die meisten Wohnungen, ähnlich wie in Dortmund, vergleichsweise erschwinglich: Die Miete liegt bei durchschnittlich 6,20 Euro pro Quadratmeter und ist damit im Vergleich der zehn größten deutschen Städte am günstigsten. Wegen des relativ niedrigen Mietniveaus und der guten Wohnungsmischung, die Essen aufweist, wird die Verordnung zur Mietpreisbremse dort voraussichtlich nicht erlassen. In Frankfurt, Stuttgart, Köln, Bremen und Düsseldorf wird aktuell noch geprüft, ob die Mietpreisbremse flächendeckend oder nur in einzelnen Gebieten eingeführt werden soll.

 

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