Sie sind etwa 30 Quadratmeter groß, haben ein kombiniertes Wohn- und Schlafzimmer, ein Duschbad und eine Kochnische. Meist sind sie Teil eines größeren Apartmentkomplexes in zentrumsnaher Lage. Und sie werden teilmöbliert und mit einer Nebenkosten-Flatrate angeboten. Es handelt sich um sogenannte Mikroapartments, die derzeit aus mehreren Gründen angesagt sind. Zum einen ist der Wohnraum in vielen deutschen Großstädten knapp und teuer geworden. Zum anderen nimmt der Anteil der Ein-Personen-Haushalte kontinuierlich zu: 41 Prozent aller Haushalte bestehen laut dem Statistischen Bundesamt aus einer Person. 1991 waren es nur 34 Prozent. Zudem verlangt die heutige Arbeitswelt mobile Arbeitnehmer – viele Beschäftige arbeiten zeitlich befristet für ein Projekt in einer anderen Stadt.

Mikrowohnungen bieten urbanes Lebensgefühl

Mikroapartments richten sich vor allem an Menschen mittleren Einkommens, die ein urbanes Leben wollen: junge Städter, die viel arbeiten und die Cafés in ihrem Viertel als externes Wohnzimmer oder Büro nutzen. Sehr preiswert sind die Mikroapartments mit Blick auf die geringe Quadratmeterzahl insgesamt zwar nicht. Auch ohne Service-Angebote wie Reinigung reicht die monatliche Angebotsmiete meist an 1.000 Euro heran, mit Serviceleistungen geht es bis zu 1.400 Euro. Dafür sind aber oft sämtliche Nebenkosten ebenso wie ein Großteil der Möblierung bereits enthalten. Eine solche Planbarkeit der Wohnkosten schätzten die Mikrowohnungsmieter laut einer Analyse von bulwiengesa.

Renditebringer Mikroapartment

Der Bedarf an Mikrowohnungen in Deutschland ist noch nicht gedeckt: Nur 20 bis 30 Prozent der Wohnungen in Großstädten sind Kleinwohnungen, aber gleichzeitig sind 50 bis 60 Prozent Ein-Personen-Haushalte. Ein weiteres Motiv für die Nachfrage nach „All Inclusive-Kleinwohnungen“ sind zudem die stetig steigenden Wohnnebenkosten. Mikroapartments sind daher auch als Kapitalanlage interessant: Nach Angaben von bulwiengesa liegt die Renditespanne von Mikrowohnungen bei vier bis 6,5 Prozent.

Damit liegt der Ertrag höher als bei klassischen Mietwohnungen in deutschen Großstädten. Ein Selbstläufer sind solche Projekte aber nicht. Zwar ist Potenzial in dem Segment vorhanden, aber das nur in ausgewählten Lagen. Damit Mikroapartments erfolgreich vermietet werden, sollten diese an einem zentralen Standort mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr liegen. Doch nicht nur in den Metropolen sind kleine Wohnungen gefragt – auch Standorte mit Universitäten und Großbetrieben können sich lohnen.

 

 

Titelbild: spacejunkie / photocase.de