Seit Jahren gehen die Preise für Wohnimmobilien vielerorts nur in eine Richtung: nach oben. Mit einer drohenden Immobilienblase muss jedoch nicht gerechnet werden – das geht aus der aktuellen Studie „Wohnimmobilien 2015“ von der Deutschen Bank hervor. Das allgemeine Marktumfeld sei intakt, auch wenn die Kaufpreise im Bundesdurchschnitt stärker steigen würden als die Mieten. Verantwortlich für den Wohnimmobilien-Boom ist nach Ansicht der Experten hauptsächlich die aktuell niedrige Zinslage: Für viele Anleger ist eine Investition in Immobilien derzeit die einzige Anlagemöglichkeit mit „halbwegs auskömmlichen Renditen“, heißt es. Und selbst wenn bei anhaltend niedrigen Zinsen und hoher Wertsteigerung künftig „spekulative Motive“ eine größere Rolle spielen sollten, würde dies nur dann zu einem gesamtwirtschaftlichen Risiko führen, wenn die Banken bei der Fremdkapitalvergabe laxer würden.

Studie: Bedarf an barrierefreien Wohnungen steigt

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Wohnimmobilienmarkt: Besonders bei der seniorengerechten Modernisierung und Sanierung von Bestandswohnungen sehen die Experten Handlungsbedarf. Von den aktuell rund acht Millionen Seniorenhaushalten sind der Studie zufolge nur fünf Prozent barrierefrei. Hier gelte es frühzeitig aufzuholen, damit die Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können. Allein um den akuten Bedarf an barrierefreien Wohnungen zu decken, sind laut der Studie Investitionen in Höhe von rund 40 Milliarden Euro erforderlich.

Auch das Vererben von Immobilien wird nach Ansicht der Experten in den kommenden Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen: Allein bis 2020 würden jährlich Immobilien im Wert von rund 100 Milliarden Euro vererbt – 60 Prozent davon entfallen auf Wohnimmobilien. Die Experten gehen davon aus, dass bis 2060 Immobilien im Wert von 2,7 Billionen Euro an die nächste Generation weitergegeben werden.

Prognose: Leerstandsquote in Abwanderungsregionen nimmt zu

Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) befasst sich mit der Entwicklung künftiger Wohnungsüberhänge: Danach könnte sich bis 2030 bundesweit ein Wohnungsüberschuss von 3,3 Millionen bis 4,6 Millionen Wohnungen aufbauen. Vom drohenden Leerstand wären vor allem die abwanderungsstarken Regionen betroffen: Hier könnten den Berechnungen zufolge in fünfzehn Jahren bis zu 17 Prozent der Wohnungen leer stehen – falls keine Abriss- oder Bestandsmaßnahmen durchgeführt werden. In wachstumsstarken Regionen wiederum wird damit gerechnet, dass sich die Leerstandsquote auch weiterhin bei etwa vier Prozent bewegen wird. Die Experten der Studie raten daher zu regionsspezifischen Maßnahmen: Mehr Neubau in den dynamischen Wirtschaftsgebieten, Bestandsaufwertung in den schrumpfenden Landkreisen.

Barrierefreie Wohnungen: Attraktiver Neubau in Berlin, Pankow
Dietzgenstraße, Pankow 13158 Berlin

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Titelbild: Mr. Nico / photocase.de