Die Automobilbranche ist der beste Freund der Garagenhersteller – und oft genug der Feind vieler Hausbesitzer. Der Grund: Weil die Unternehmen ihre Modelle immer öfter im XXL-Format anbieten, sind gerade ältere Garagen den neuen Größenanforderungen nicht mehr gewachsen und müssen angepasst werden. Solche Umbauten sind allerdings oft nur schwer durchzuführen, ohne die bestehende Garage abzureißen.

Der Platzbedarf wächst

Das „Wachstum“ der Autos in den vergangenen Jahrzehnten ist beachtlich: Im Jahr 2000 hatte ein Pkw im Durchschnitt eine Länge von 4,74 Metern und eine Breite von 1,76 Metern. Im Jahr 2010 betrugen Länge und Breite bereits 4,93 und 1,91 Meter – Tendenz steigend. Das bedeutet, dass gerade Häuser aus den 1970er Jahren und davor für heutige Autos einfach zu knapp bemessen sind. Erschwerend kommt hinzu, dass neben den Garagen oftmals auch die Einfahrten angepasst werden müssen. Dennoch sind Häuser älteren Baujahres, die oft in den Speckgürteln der Großstädte zu finden sind, weiterhin begehrt. Von den Um- oder Neubauten der Garagen und Einfahrten profitieren meist spezialisierte Firmen.

Für ein Garagen-Update gibt es drei Möglichkeiten: Umbau, Erweiterung oder Neubau. Eine Erweiterung oder Umbau ergibt nur dann Sinn, wenn die Kosten geringer sind als bei einem Eigenbau oder dem Neukauf. Mit Kostenvoranschlägen und einer genauen Aufstellung der Bau- und Abrisskosten kann der finanzielle Bedarf ermittelt werden.

Weiterhin sollte sich der Besitzer fragen, ob eine Garage tatsächlich notwendig ist, oder ob ihm auch ein Carport, also ein offener Unterstand für das Auto, genügt. Dieser ist vergleichsweise günstiger, bietet dafür aber auch weniger Schutz vor Diebstahl und Vandalismus. Und dann sollte die neue Garage am besten auch noch optisch mit dem Haus harmonieren. In jedem Fall gilt: Eine genaue Budgetplanung ist ebenso unerlässlich wie die Kontaktaufnahme mit dem Bauamt. Denn ungenehmigte Bauvorhaben sind verboten!

In die Zukunft denken

Wenn Sie an den Kauf eines Elektroautos denken, ist eine Garage in jedem Fall sinnvoll. Dort kann die Ladestation witterungs- und diebstahlsicher untergebracht werden und das Auto über Nacht aufladen. Doch Vorsicht: Die landläufige Meinung, dass Elektroautos klein und schmal seien und somit in jede Garage passen, ist falsch. Der Tesla X beispielsweise kommt auf über fünf Meter Länge und zwei Meter Breite. Das überfordert jede 1970er-Jahre-Garage.

Letztlich sollte beim Planen vom Garagenbau also die Größe der zukünftigen Autos, der individuelle Nutzen und die Optik Beachtung finden, um auch dem Gefährt ein perfektes Zuhause bieten zu können.

 

Titelbild: Akira Yozora/ photocase.de