Weihnachten ist Familienzeit: Oft trifft sich die Verwandtschaft an einem der Feiertage. Dabei tritt ein Problem häufiger auf: Oma oder Opa können manchmal nicht dabei sein, da die vielen Treppen eine enorme Hürde darstellen. Noch schlimmer wird es, wenn sie ihr eigenes Wohnhaus nicht verlassen können, da kein Aufzug installiert ist. Dann sind sie Gefangene in ihrer Wohnung und ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Und selbst wenn es einen Aufzug gibt, ist das kein Garant dafür, dass dieser auch altersgerecht ist. Denn mit einem Rollstuhl oder Rollator kann schon ein kleinerer Treppenabsatz zum Problem werden.

Nachrüsten lohnt sich – nicht nur für Senioren

Altersgerecht ist ein Aufzug dann, wenn er direkt in der Etage anhält und keine Treppenstufen mehr überwunden werden müssen. Etwa zehn Millionen Senioren-Haushalte in Deutschland haben keinen solchen Aufzug, das entspricht etwa 400.000 Wohngebäuden. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie des Wohnungs- und Pflegeheimentwicklers Terragon und der Aufzugsberatung Hundt Consult in Kooperation mit ImmobilienScout24. Von 2,1 Millionen Wohnungen verfügen demnach etwa nur 1,6 Millionen über einen entsprechenden Aufzug. Die Situation wird sich weiter zuspitzen, denn im Jahr 2060 wird die Gruppe der über 65-Jährigen voraussichtlich von 17 Millionen auf 23 Millionen Menschen ansteigen.

Insgesamt würde eine umfassende Aufrüstung aller defizitären Wohnungen 32 Milliarden Euro kosten. Pro Objekt wird durchschnittlich mit Kosten von 80.000 Euro gerechnet – eine Summe, die zunächst erstmal abschreckend wirkt. Doch der Aufzug ist das A und O altersgerechter Wohnungen, die zukünftig immer wichtiger und nachgefragter werden. Mit einem Aufzug kann pro Quadratmeter bis zu ein Euro mehr Miete verlangt werden, sodass sich die Installation schnell amortisiert.

Metropolen schneiden schlecht ab

Für die Studie wurden 418 deutsche Städte untersucht. Keine der sieben Immobilienhochburgen schafft es bei diesem Ranking unter die Top 20 der Städte mit der höchsten Quote an Wohnungen mit altersgerechtem Aufzug. Dabei schneidet Berlin mit einer Quote von 11,5 Prozent an altersgerechten Aufzügen unter den Metropolen noch am besten ab, Düsseldorf hingegen liegt mit 5 Prozent am Ende der Skala. Die Top 20 werden von Freiburg (18,3 Prozent), Fulda (16,9 Prozent) und Karlsruhe (16,7 Prozent) angeführt. Sehr unterschiedlich ist das Bild bei den beiden ostdeutschen Metropolen: Während Dresden mit 12,7 Prozent auf Rang 19 landet, muss sich Leipzig (4,1 Prozent) mit Rang 286 zufriedengeben.

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