So sieht ein gelungener Jahresauftakt aus: Der deutsche Wohninvestmentmarkt ist mit einem Rekordergebnis in das Jahr 2014 gestartet. Das zeigen die Zahlen der Maklerhäuser CBRE und BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). Insbesondere in den Metropolen waren die Investoren auf Einkaufstour, bevorzugt in der Hauptstadt Berlin.

Wohnsegment bei Investoren sehr gefragt: In nur drei Monaten wurden mehr als fünf Milliarden Euro investiert

Laut BNPPRE verzeichnete der deutsche Investmentmarkt den bisher besten Jahresauftakt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres fanden bereits Transaktionen im Wert von rund 5,1 Milliarden Euro statt. Dabei waren Investoren weiterhin sehr interessiert an größeren Wohnungsbeständen und bauten ihre Portfolien aus. Wie außerordentlich gut das Ergebnis ist, zeigen der Vergleich zum Vorjahresergebnis und im langfristigen Durchschnitt: Gegenüber dem ersten Quartal 2013 erhöhten sich die Investments um etwa 179 Prozent, langjährig betrachtet um 115 Prozent.

CBRE hat sogar noch höhere Werte ermittelt. Für die etwa 100.000 gehandelten Wohneinheiten wurden demnach im ersten Quartal etwa 5,6 Milliarden Euro gezahlt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine Steigerung um knapp vier Milliarden Euro beziehungsweise um erstaunliche 223 Prozent.

Bestimmt wurden die hohen Transaktionssummen von mehreren Großdeals. So sicherten sich beispielsweise die Deutsche Annington und die österreichische Buwog große Bestandsportfolien. Fast zwei Drittel der gehandelten Wohneinheiten entfallen auf nur drei Großtransaktionen. Mit Blick auf die unterschiedlichen Investorengruppen zeigt sich eine interessante Entwicklung: Auf der Käuferseite bildeten Immobilienaktiengesellschaften mit knapp 80 Prozent die größte Gruppe und ließen damit Spezialfonds sowie Immobilienunternehmen weit hinter sich.

Deutsche Investoren in der Mehrheit: Wohnsegment anders als Gewerbemarkt vor allem bei Einheimischen begehrt

Deutsche Investoren zeigen sich weiterhin dominant und kaufen fleißig ein. Ihr Hunger nach Wohneinheiten scheint noch lange nicht gestillt. Sie waren im ersten Quartal 2014 für drei Viertel des gesamten Umsatzes verantwortlich. Anleger aus Europa kommen immerhin auf einen Anteil von 20 Prozent. Allesamt investierten sie Anfang 2014 mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Besonders beliebt bei den Investoren waren Bestandsportfolien, deren Gebäude sich auf mehrere Standorte verteilen. Sie machten 86 Prozent des gesamten Umsatzes aus. Auf ältere Bestandsimmobilien sowie Projektentwicklungen entfallen jeweils knapp sieben Prozent des Transaktionsvolumens. CBRE stellt fest, dass insbesondere Spezialfonds und offene Immobilien-Publikumsfonds verstärkt in Projektentwicklungen investieren. Dabei liegt der Fokus auf Standorten wie Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin und Dresden.

Metropolen bleiben besonders beliebt, aber auch B-Standorte sind attraktiv

Generell standen die deutschen Metropolen bei den Investitionen im ersten Quartal 2014 im Mittelpunkt. Besonders Berlin hat es den Anlegern angetan, weiß Michael Schlatterer von CBRE zu berichten: „Die Bundeshauptstadt ist weiterhin beliebtes Ziel für Investitionen, neben der Aufholeffekte am Wohnimmobilienmarkt sind die Prognosen für Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung sehr gut.“

Neben Investitions-Dauerbrennern wie Frankfurt und Düsseldorf mausern sich aber auch B-Standorte zu attraktiven Alternativen. Vor allem Mittelstädte und regionale Zentren, die wirtschaftlich wachsen und steigende Einwohnerzahlen verbuchen, sind für Investoren von hohem Interesse. Noch ist der Wettbewerb dort geringer als in den Metropolen, zudem rechnen die Anleger mit weiter steigenden Mieten und höheren Renditen.

 

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